Warum passiert Ghosting? (9 Gründe warum Menschen jemanden ghosten)

Ghosting ist in Zeiten von Social Media und Online-Dating in aller Munde.

Was sind die Gründe und Ursachen für Ghosting?

Tatsächlich sind die Gründe vielfältig und reichen von Selbstschutz über Bequemlichkeit bis hin Bindungsangst und dem Wunsch, den anderen nicht verletzen zu wollen.

In diesem Guide wollen wir einen Blick darauf werfen, warum sich Menschen dazu entschließen jemanden zu ghosten.

Lies jetzt weiter!

Grund #1, warum Menschen Ghosting anwenden: Bequemlichkeit

Ein Grund, warum Menschen Ghosting anwenden, ist Bequemlichkeit.

Ghosting ist einfach und „praktisch“.

Denn man entgeht jeder unguten Trennungssituation.

Und das Ignorieren von Nachrichten oder Anrufen geht super bequem, weil man im schlimmsten Fall das Smartphone nur auf lautlos stellen muss.

Es gibt ja so viele Chancen da draußen und man hat sich ohnehin nur kurz getroffen – was soll man da auch groß reden?

Der/die andere wird’s schon checken mit der Zeit.

Ghoster leben nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn.

Grund #2: Verringerung einer kognitiven Dissonanz durch Ghosting

Die kognitive Dissonanz spielt auch eine Rolle, warum Menschen Ghosting anwenden.

Diese tritt immer dann auf, wenn zwei unvereinbare gedankliche Positionen vorhanden sind.

Beispielsweise wenn man merkt, dass der Sommer immer näherkommt und die Pölsterchen rund um die Hüften doch noch nicht so zur Strand-Figur passen.

Da wäre dann beispielsweise Laufen gehen eine Lösung – doch das ist anstrengend und langwierig.

Und schon ist eine kognitive Dissonanz da: Zwei unvereinbare Positionen, nämlich „weg mit dem Speck“ auf der einen und die Anstrengung beim Laufen auf der anderen Seite.

Wir Menschen sind dann bestrebt diese Dissonanz aufzulösen.

Und das kann dann beispielsweise über die Erkenntnis passieren, dass Laufen ja auch schlecht für die Knie sei.

Ein Grund für Ghosting kann auch eine kognitive Dissonanz sein.

Nämlich einerseits der Wunsch, dem anderen nicht wehtun zu müssen durch die Trennung.

Auf der anderen Seite aber auch der Drang, die Beziehung zu beenden.

Die Auflösung dieser Dissonanz kann dann darin bestehen, sich einfach gar nicht mehr zu melden – eben sich durch Ghosting zu trennen.

Grund #3 für Ghosting: Wenn eine Beziehung noch nicht sehr intensiv ist

Kennt man sich nur kurze Zeit und hat vielleicht erst ein paar Dates hinter sich, dann gibt’s da nicht viele „Schnittpunkte“ in den jeweiligen Leben.

Heißt:

Man trifft sich nicht in der Arbeit oder im Verein und hat keine gemeinsamen Freunde.

Und damit wird Ghosting als Trennungs-Methode attraktiver.

Warum?

Weil damit die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass man dem anderen irgendwo über den Weg läuft relativ gering.

Wenn man als Ghoster also den Kontakt abbricht und alle weiteren Nachrichten ignoriert, muss man mit keinen Konsequenzen rechnen – denn man kann wirklich vollständig von der Bildfläche verschwinden!

Und tatsächlich haben auch schon wissenschaftliche Studien bestätigt, dass im Schnitt kürzere Beziehungen eher durch Ghosting beendet werden.

Das heißt:

Je kürzer und weniger intensiv eine Beziehung war, desto geringer ist die Hemmschwelle, dass Menschen Ghosting verwenden.

Grund #4: Vermeidung von Emotionen bei der Trennung

Jemandem zu sagen, dass man nicht interessiert ist für eine Beziehung ist selten leicht.
(für beide Beteiligten nicht!)

Deswegen gibt’s bei einer Trennung oft Tränen, Enttäuschung oder Vorwürfe.

Alles unangenehme Emotionen, denen man am liebsten aus dem Weg geht.

Man muss sich also nicht erklären, warum man Schluss machen will.

Und man muss sich nicht mit all den Emotionen herumschlagen.

Ein Grund, warum Ghosting also passiert, liegt somit in der Hoffnung, damit einer komischen oder peinlichen Trennungssituation aus dem Weg zu gehen.

Grund #5: Der Versuch, sich selbst zu schützen

Ist Gefahr in Verzug, kommt eine der beiden Taktiken zur Anwendung: Kampf oder Flucht.

Wenn man beispielsweise bei der Trennung eine Situation vermutet, die für einen selbst gefährlich werden kann, wendet man eher Ghosting an.

Durch Ghosting kann man sich selbst schützen, denn man muss sich nicht in eine unbequeme Situation der Trennung begeben.

Denn bei vielen Ghostern schwingt auch die Angst davor mit, dass die andere Person komplett ausflippt während der Trennung oder diese nicht akzeptiert.

Eine Beziehung durch Ghosting zu beenden ermöglicht dadurch mehr Sicherheit, die in einer Face-to-Face-Situation möglich wäre.

Grund #6: Schutz des anderen [paradox!]

So komisch es auch klingt, aber auch die Motivation, den anderen zu schützen, spiel eine Rolle, warum Menschen Ghosting anwenden.

Paradoxerweise liegt es auch in diesem Fall an der unguten Situation während einer Trennung.

Wenn man für sich selbst entscheidet, dass man die andere Person nicht mehr treffen möchte, dann heißt das auch, dass man dieser Person mit dieser Entscheidung wehtun wird.

Und der Gedanke des Ghosters ist dann relativ simpel: „Wenn ich ihn/sie ghoste, dann verletze ich/ihn damit nicht.“

Die Ghoster beachten dabei aber nicht, dass – nur weil sie die Emotionen des anderen nicht mitkriegen – diese Emotionen nicht da sind.

Tatsächlich ist eine Trennung durch Ghosting viel schlimmer, als wenn man einfach gesagt kriegen würde, dass es aus ist.

Grund #7 für Ghosting: Der Glaube an die große Liebe

Die Psychologie unterscheidet 2 Arten, wie Menschen über Beziehungen nachdenken.

Einmal die Beziehung als Schicksal, also der Glaube an die große Liebe und dass es „einfach passen muss“, wenn man jemanden kennenlernt.

Und dann die Beziehung als Wachstum, wo man davon überzeugt ist, dass sich Beziehungen entwickeln und Liebe entstehen kann.

Menschen, die eher an Schicksal und die große Liebe glauben, wenden Ghosting mit höherer Wahrscheinlichkeit an.

Wenn man denkt: „Hm… das ist nicht gleich die große Liebe!“, dann ist man als „Ghostee“ so schnell abgehakt, dass beim Ghoster kaum mehr Motivation vorhanden ist, auf direktem Wege Schluss zu machen.

Mehr dazu findest du in folgendem Artikel:

>>> Was die Psychologie über Ghosting sagt

Grund #8: Die neue Online-Mentalität

Tatsächlich ist die neue Cyber-Welt auch ein Grund, warum Ghosting immer häufiger angewendet wird.

Es war noch nie so einfach, jemanden kennenzulernen und ein neues Date auszumachen.

Und wer nicht interessant oder hübsch genug ist, wird – zack – einfach weggewischt.

Es ist wie im Dating-Supermarkt:

Die Auswahl ist groß, man schaut sich um und nimmt dann das ansehnlichste „Produkt“ vom Regal herunter.

Die Folge?

Wenn das Interesse an der anderen Person nachlässt, dann ist das Ghosting die Anwendung des „Wegwischens“ in der Dating-App.

Die modernen Dating-Apps setzen also die Hemmschwelle drastisch herunter, sich ohne ein Wort aus dem Leben eines Menschen zu verabschieden.

Grund #9: Strafmaßnahme

Ghosting gibt es ja nicht nur als permanente Variante, sondern auch als „temporäres“ Ghosting – also wenn man jemandem nur für eine gewisse Zeit ghostet und sich dann wieder melden.

Das würde dann gewissermaßen einem verlängerten „Silent-Treatment“ entsprechen.

Man meldet sich dann beispielsweise einfach für eine Woche nicht mehr.

Vielleicht hat der Partner etwas gesagt, was einen selbst verletzt hat.

Oder als Retour-Kutsche, weil der Partner etwas vergessen hat.

Die Gründe hierfür sind vielfältig – das Prinzip ist jedoch simpel: Du hast etwas getan, das mir nicht passt und deswegen bestrafe ich dich mit Abstand und Distanz.

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