Warum hängst du nach Monaten immer noch an deinem:r Ex?
Vielleicht war es schon besser, aber dann hast du dieses eine Foto gesehen, diesen einen Song gehört und plötzlich fühlt es sich an wie an Tag #1 nach der Trennung.
Du hast schon alle Trigger weggeräumt: das gemeinsame Bild steht nicht mehr im Regal und die Kaffeetasse, die du von deinem:r Ex bekommen hast, benutzt du nicht mehr.
Du hast den alten Chat archiviert und meidest das Social-Media-Profil deines:r Ex.
Und vielleicht fragst du dich: „Naja, was soll ich denn noch tun, um endlich loszukommen?“
In diesem Blogbeitrag geht es darum, warum du nach Monaten noch immer an deinem:r Ex hängst und was du machen kannst, damit du nicht noch weitere Monate in dieser Schleife feststeckst.
Das Wichtigste in aller Kürze
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Warum hängst du nach Monaten immer noch an deinem:r Ex? Weil dein Bindungssystem auch nach der Trennung noch viele Verbindungen zu deinem:r Ex aufrechterhält.
Gerade wenn ihr länger zusammen wart oder eine intensive Verbindung miteinander hattet, sind dein Alltag, deine Identität oder deine Zukunftsvorstellung eng mit dem/der Ex verknüpft.
Ihr seid also innerlich noch miteinander verkoppelt, was dein Gehirn erst wieder Schritt für Schritt umbauen muss.
Was heißt „Loslassen“ eigentlich genau? Loslassen heißt nicht, deine:n Ex zu vergessen oder aus dem Kopf zu löschen.
Es bedeutet, zu erkennen, wo dein:e Ex in deinem Leben noch eine wichtige Rolle spielt und diese Bereiche so umzubauen, dass deine Bedürfnisse auch wieder ohne ihn oder sie erfüllt werden.
Warum dich einzelne Trigger und Auslöser gefühlt wieder zurückwerfen. Ein einzelnes Foto, ein Song oder Ort kann die Verbindung zu deinem:r Ex wieder spürbar machen und alte Gefühle wieder aktivieren.
Das heißt aber nicht, dass du wieder am Anfang stehst, sondern dass dein Gehirn hier noch weiter umbauen darf. Und beachte:
Dein Schmerz verändert sich über die Zeit! Heilung bedeutet nicht, gar nichts mehr zu fühlen, sondern dass sich die Art des Schmerzes verändert.
Am Anfang war es zum Beispiel Schock, jetzt fühlt sich der Schmerz mehr nach Trauer, Leere, Wut oder Wehmut an. Genau diese Veränderung kann ein Zeichen dafür sein, dass sich innerlich bei dir bereits etwas tut und du die Beziehung verarbeitest.
Was passiert, wenn du nach Monaten immer noch am Ex hängst?
Schauen wir uns mal an, was da eigentlich passiert, wenn du nach Monaten immer noch an deinem:r Ex hängst.
Wenn du mit jemandem eine Beziehung eingehst, dann baut dein Bindungssystem „Verbindungen“ zu dieser Person auf.
Eben nicht nur EINE Verbindung, sondern viele verschiedene.
Welche Verbindungen gibt es da?
Da gibt es einerseits Alltags-Verbindungen: gemeinsames Frühstücken, den Sonntag miteinander verbringen, gemeinsam Urlaub machen, alle Routinen wie das „Gute-Nacht-Schreiben“ oder gemeinsame Serien schauen.
Dann gibt es Emotions-Verbindungen: Dein:e Ex hat dir zugehört, wenn es dir schlecht geht, du hast ihm/ihr geschrieben, wenn dein Tag mühsam war oder wenn etwas Schönes passiert ist.
Dann gibt es Identitäts-Verbindungen: In der Beziehung bist du mehr als nur ein „ich” geworden. Du planst nicht nur für dich. Du denkst nicht nur an deine Bedürfnisse. Ihr seid zu einem „wir” geworden.
Und dann gibt es auch noch Zukunfts-Verbindungen, beispielsweise: Wir richten eine gemeinsame Wohnung ein, wir werden uns mal einen Hund holen, wir haben Reisen geplant, wir wollen dahin umziehen.
Verbindungen bleiben auch nach Trennung bestehen…
Wenn dein:e Ex Schluss macht, dann sagt dein Bindungssystem nicht: „Okidoki, der Ex ist weg, die Verbindungen zu ihm löschen wir jetzt alle!“
Dein Bindungssystem ist da eher ein Halunke, der anfängt zu protestieren.
Es sagt:
- „Na sicher frühstücken wir nicht allein oder mit wem anderen als dem Ex.“
- „Ah, dir geht’s schlecht? Wir haben doch eh den Ex, gehen wir zu dem!“
- „Sonntag war immer unser Tag. Warum ist da plötzlich niemand?”
Das heißt, auch wenn die Beziehung offiziell vorbei ist, ist dein:e Ex in deinem Bindungssystem immer noch für viele Dinge zuständig.
Das ist der Grund, warum du auch viele Monate nach der Trennung noch leiden kannst.
Vermutlich sind also noch viele Verbindungen aufrecht.

Was heißt „Loslassen“ eigentlich genau?
Genau hier müssen wir über das Loslassen sprechen, denn Loslassen wird oft völlig falsch verstanden.
Loslassen funktioniert nicht über einen einzigen Trick und es sind auch keine einzelnen Techniken. Loslassen heißt auch nicht, deine:n Ex einfach aus dem Kopf zu löschen.
Was „Loslassen“ wirklich ist
Loslassen ist ein Prozess, bei dem du Schritt für Schritt die Verbindungen erkennst, entkoppelst und in dir neu aufbaust.
Du musst also verstehen:
- Welche Funktion hat dein:e Ex für dich erfüllt?
- Wie kannst du jetzt dieselbe Funktion ohne deine:n Ex erfüllen?
Vielleicht hast du nach 3 Monaten schon viele Verbindungen gelöst:
- Du kannst wieder allein schlafen.
- Du kommst wieder besser durch den Alltag.
- Du denkst nicht mehr jede Minute an deine:n Ex.
- usw.
Es wird aber noch andere Verbindungen geben, die nach diesen Monaten immer noch aktiv sind, weswegen du auch nach Monaten immer noch am Ex hängen kannst.
Du hältst vermutlich einige Verbindungen unbewusst aufrecht!
Tatsächlich kann es sein, dass du einige Verbindungen unbewusst aufrecht hältst, also ohne es bewusst zu merken.
Genau deshalb fühlt es sich an, als würdest du dich im Kreis drehen und einfach nicht wirklich loskommen.
Genau dafür haben wir einen kostenlosen Test entwickelt.
Mit dem kannst du rausfinden, welcher von 2 häufigen Mechanismen das Loslassen bei dir grad blockiert.
Du bekommst direkt mit der Auswertung auch gleich deinen nächsten Schritt, damit du dich endlich lösen kannst:
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Verbindungen lösen heißt NICHT, den/die Ex zu ersetzen!
Ein sehr häufiger Fehler nach einer Trennung ist, dass man versucht, den/die Ex einfach zu ersetzen.
Also dieselbe Verbindung, dieselbe Aktivität oder dasselbe Ritual jetzt mit einer anderen Person zu machen.
Die Rebound-Beziehung lässt grüßen!
Was passiert, wenn du deine:n Ex einfach ersetzt
Wir hatten mal einen Klienten im Coaching, nennen wir ihn mal Tom.
Er ist am Sonntag mit seiner Ex immer zum Brunchen in die Stadt gefahren. Das war so ihr gemeinsames Ritual.
Nach der Trennung ist dieses Ritual plötzlich weggefallen. Tom ist dann am Sonntag daheim gesessen und wusste nicht, was er an dem Tag mit sich anfangen soll.
Er hat dann angefangen, einen seiner besten Kumpels zu fragen, ob sie gemeinsam am Sonntag brunchen gehen.
Klingt erstmal sinnvoll, aber die Realität sah dann anders aus.
Tom saß dann mit seinem Freund beim Brunch und hat ihn vollgejammert, dass er seine Ex so vermisst und dass es so schön war, diese gemeinsame Zeit am Sonntag.
Was ist passiert?
Die Verbindung zu seiner Ex von „am Sonntag gehen wir immer brunchen“ wurde nach wie vor aktiviert, wenn auch auf andere Art und Weise.
Sein Kumpel hat das gespürt, hat ihn dann sehr ehrlich konfrontiert und gesagt: „Du, was willst du denn eigentlich? Ich verbringe hier Zeit mit dir und du jammerst mich die ganze Zeit voll und sagst mir, dass du hier lieber mit deiner Ex wärst?“
Das war ein echter Augenöffner für Tom.
Er hat verstanden, dass er nicht wirklich eine neue Verbindung aufgebaut hat, sondern versucht hat, 1:1 seine Ex zu ersetzen.
Mit wem anderen wird es immer anders sein.
Deshalb ging es ihm nach dem Brunch sogar schlechter als vorher.
Die bessere Frage: Welche Funktion hatte deine Ex?
Deswegen funktioniert „einfach ersetzen“ nicht.
Im Coaching sind wir mit Tom dann einen Schritt tiefer gegangen und haben überlegt:
- Was ist es denn, was ihm diese Aktivität gegeben hat?
- Was wurde in ihm ausgelöst, wenn er mit seiner Ex brunchen war?
Bei ihm wars ganz klar: Abschalten nach der Woche und endlich mal entspannen können.
Mit seinem Kumpel ging das einfach nicht so wie mit seiner Ex.
Tom durfte dann überlegen, wie er sein Bedürfnis nach Entspannung auf andere Art erfüllen könnte.
Bei ihm war es dann so, dass er sonntags öfter zu seinen Eltern gefahren ist oder seine Nichte besucht hat. Am Abend hat er dann noch eine Meditation gemacht.
Er hat also nicht mehr versucht, seine Ex zu ersetzen, sondern hat die Funktion für sich hier neu besetzt.
Das war zwar nicht die gleiche Aktivität wie das Brunchen, aber sein Bedürfnis dahinter, wurde jetzt erfüllt.
Dadurch konnte diese alte Verbindung langsam umstrukturiert werden und Tom so auch weiter mit der Beziehung abschließen.
Denk größer, um die letzten Verbindungen zu lösen!
Das kannst du dir auch für dich mitnehmen:
In welchen Lebensbereichen ist mein:e Ex noch als wesentlicher Teil eingebaut?
Vielleicht bei bestimmten Routinen, in der emotionalen Sicherheit, bei deinem Selbstwert, deinen Zukunftsvorstellungen, deinem Gefühl von Zuhause.
Das wird sich nicht 1:1 genauso ersetzen lassen wie in der Beziehung, denk da nochmal an Tom. Es wird ein bisschen anders sein, aber genau das ist der Schlüssel.
Wenn du dich traust, größer zu denken und zu schauen: Was war es denn, was mein:e Ex mir da gegeben hat?
DANN wirst du auch die letzten Verbindungen, die dich vielleicht nach Monaten noch festhalten, gut lösen können.
Wie Trigger eine Verbindung wieder zum Leuchten bringen
Es gibt noch einen wichtigen Punkt, der dir vielleicht auch passieren kann.
Im Coaching hören wir von Klienten immer wieder: „Uff, ich hab gedacht, ich bin über meine Ex hinweg, aber dann hab ich dieses Foto gesehen oder dann hab ich diesen Song gehört und der Schmerz war wieder da“.
Bist du wieder komplett zurück am Anfang?
Das aktiviert wieder eine Verbindung, die noch besteht und noch nicht vollständig umgebaut wurde.
Deswegen ist es so wichtig, dass du diesen Mechanismus verstehst. Sonst denk man sich schnell: „Oh nein, da geht ja gar nix weiter!“
Doch, es geht schon was weiter, alle anderen Trigger und Verbindungen merkst du ja schon gar nicht mehr!
Du merkst aber vielleicht noch diese eine.
Dann kannst du aber auch zu dir sagen: „Hey, ich bin auf einem guten Weg. Ich hab hier wieder eine Verbindung entdeckt, die anscheinend noch aufleuchtet und da darf ich noch genauer hinschauen.“
Dein:e Ex wird immer ein Teil von dir bleiben!
Sieh es so:
Wenn das ein wichtiger Mensch in deinem Leben war, mit dem du viel Zeit verbracht hast, dann wird der immer ein kleiner Teil von dir bleiben.
Die Beziehung hat dich geprägt, du wirst dir vielleicht auch Gewohnheiten mitnehmen für dein weiteres Leben, du hast einiges gelernt.
Dann kommt vielleicht immer mal wieder ein bisschen Wehmut, wenn du an bestimmte Momente denkst. Das bedeutet aber nicht gleich, dass du nicht losgelassen hast.
Der Unterschied zu früher ist, dass dein System nicht wieder voll anspringt, sondern dass du alle Verbindungen gut umstrukturiert hast und dir so auch nichts in künftige Beziehungen mitnimmst.
Was viele vergessen: Schmerz verändert sich über die Zeit
Ein weiterer Punkt, warum „jetzt ist es wieder so intensiv, also geht nichts weiter“ ein Trugschluss ist.
Loslassen und Heilung nach einer Trennung heißt nicht, dass du gar nichts mehr fühlen wirst, sondern dass sich die Art der Empfindung ändert.
Direkt nach der Trennung warst du vielleicht im Schock und hast das gar nicht realisiert, was da grad passiert. Dein Bindungssystem hat rebelliert, weil diese Verbindungen plötzlich wegbrechen sollten.
Mit der Zeit merkst du, dass du vielleicht nicht mehr so traurig bist, aber dass du dich innerlich leer fühlst.
Das kann zum Beispiel in der Phase passieren, wenn du die Verbindungen zum Ex reorganisierst und umbaust. Das ist dann die nächste Phase der Verarbeitung.
Selbstcheck für schwierige Tage
All diese Gefühle wie Schock, Trauer, Enttäuschung, Wut oder Leere können für sich sehr intensiv sein und wenn man da noch nicht so geübt ist, dann denkt man schnell: „Mir geht’s immer noch schlecht!“
Aber in dir ändert sich die Gefühlslage.
Die Gefühle sind immer noch intensiv, wahrscheinlich auch manchmal noch überfordernd und unangenehm. Aber es ist ein Maßstab für den Fortschritt.
Probier das mal aus, wenn du merkst „Es ist grad wieder schwer“, dass du dann mal aufschreibst, welches Gefühl kommt denn gerade hoch und wie stark ist es auf einer Skala von 1-10?
- Ist es Trauer?
- Ist es Sehnsucht?
- Ist es vielleicht Wut?
- Ist es Wehmut?
- Ist es was ganz anderes?
Beginne mal deine Gefühle über die nächsten Wochen zu tracken.
Welche Gefühle sind da und wie stark sind sie?
Du wirst merken, dass sich das verändert!
Wie geht es für dich weiter?
Genau deshalb bringt es nichts, einfach nur zu warten und darauf zu hoffen, dass die Zeit es schon regelt.
Wenn du nach Monaten immer noch das Gefühl hast, innerlich am Ex festzuhängen, dann ist der nächste Schritt, genauer hinzuschauen, welcher Muster dich da grad noch blockiert.
Wie gesagt, dafür haben wir einen kostenlosen Test entwickelt und du kriegst mit der Auswertung auch gleich passende nächste Schritte mitgeschickt:
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Alles Liebe,
Stephan









