Alle Bindungsstile einfach erklärt! [+ was es für deine Beziehung(en) bedeutet]

von Elena,  letztes Update: 8. Sep. 2025

„Warum gerate ich in Beziehungen immer wieder in die gleichen Muster?“

Diese Frage begegnet uns im Coaching ständig.

Und sie ist absolut berechtigt.

Denn genau diese Muster entscheiden oft darüber, ob eine Beziehung erfüllend und stabil ist oder ob sie von Unsicherheit, Streit und Distanz geprägt wird.

Die Wahrheit ist:

Dein Bindungsstil hat hier einen viel größeren Einfluss, als dir vielleicht bewusst ist.

Doch was bedeutet das konkret?

Wie entstehen Bindungsstile überhaupt? Welche Rolle spielen sie in unseren Beziehungen?

Und kann man den eigenen Bindungsstil verändern, um zu einer sicheren Bindung zu kommen?

All das schauen wir uns in diesem Blogbeitrag an.

Los geht’s!

Warum ist die Kenntnis der Bindungstypen so wichtig?

Erfüllende Bindungen sind essenziell für unser Wohlbefinden und für ein stabiles Selbstwertgefühl.

Unser Bindungsmuster beeinflusst dabei entscheidend, wie leicht oder schwer es uns fällt, solche Bindungen zu schaffen und aufrechtzuerhalten.

Darum lohnt es sich, nicht nur das eigene Bindungsmuster zu verstehen, sondern auch das des Partners oder Ex-Partners.

Die Vorteile sind also vielfältig:

  • Man kann Konflikte besser einordnen,
  • Missverständnisse reduzieren und
  • mehr Empathie für den (Ex-)Partner entwickeln.

Zugleich können so genannte „Trigger“ leichter erkannt und die dahinterliegenden Bedürfnisse sichtbar gemacht werden, etwa nach Nähe, Sicherheit oder Autonomie.

Auf diese Weise lassen sich vor allem Nähe-Distanz-Probleme besser lösen.

Kurz:

Beziehungsdynamiken lassen sich besser einordnen und es wird klarer, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Wie entstehen überhaupt die verschiedenen Bindungstypen?

Beginnen wir am besten mal damit, was „Bindung“ überhaupt ist.

„Bindung ist ein imaginäres Band zwischen zwei Personen, welches in den Gefühlen verankert ist und das sie über Raum und Zeit hinweg miteinander verbindet.“

So beschreibt es John Bowlby bereits 1956 in seinem Werk „Bindungstheorie”.

Ganz einfach gesagt:

Bindung ist die emotionale Verbindung zwischen zwei Menschen.

Der Ursprung unserer Bindungsmuster bildet sich schon während der frühen Kindheit heraus.

Und zwar zwischen uns und unseren wichtigsten Bezugspersonen, also meistens den Eltern. 

Gleichzeitig wird Bindung aber auch durch einschneidende Erlebnisse im weiteren Verlauf des Lebens geprägt:

  • etwa durch Freundschaften,
  • andere nahe Bezugspersonen in Kindergarten und Schule
  • oder Großeltern.

Später im Leben prägen einen dann auch Erfahrungen in Beziehungen (sowohl romantisch als auch freundschaftlich).

Die Bindung entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern durch wiederholte Interaktionen und Erfahren, die wir über die Zeit machen.

Eine sichere Bindung ist wichtig für das emotionale Wohlbefinden, die eigene soziale Kompetenz und die psychische Gesundheit.

Wie du also siehst, spielen sichere Bindungen eine entscheidende Rolle in unserem Leben.

Doch was bedeutet überhaupt eine „sichere“ Bindung?

Und was passiert, wenn man „nicht sicher” gebunden ist?

All das führt uns auf den Begriff der Bindungsmuster und wie diese im kindlichen Alter entstehen.

Die Rolle der Bezugspersonen: Wie sich die verschiedenen Bindungsmuster bei Kindern entwickeln

Je nachdem, wie die Qualität der Bindung eines Kindes zu seiner Bezugsperson in den frühen Lebensjahren ist, entwickelt das Kind ein bestimmtes Bindungsmuster.

Bindungsmuster sind spezifische Verhaltensweisen und Reaktionen, die ein Kind im Kontakt zu anderen Personen zeigt.

Dieses Bindungsmuster trägt sich dann bis ins Erwachsenenalter weiter.

Dort spricht man in der Fachsprache vom „Bindungsstil“, umgangssprachlich oft auch vom „Bindungstyp“.

Doch dazu später noch mehr.

Wir können zwischen dem sicheren Bindungsmuster und verschiedenen unsicheren Bindungsmustern unterscheiden.

Zu den unsicheren Bindungsmustern zählen das unsicher-vermeidende, das unsicher-ambivalente und das eher seltene, desorganisierte Bindungsmuster.

Eine positive und unterstützende Beziehung der Bezugsperson zum Kind begünstigt die Entstehung eines sicheren Bindungsmusters.

In diesem Fall ist die Bezugsperson zuverlässig für das Kind da und reagiert auf seine Bedürfnisse.

Wenn die Bezugsperson jedoch nicht zuverlässig reagiert, die Bedürfnisse des Kindes ignoriert oder es sogar vernachlässigt, entwickelt sich daraus ein unsicheres Bindungsmuster:

Welche Bindungsstile sich im Erwachsenenalter ausbilden

Kinder verinnerlichen ihre Bindungserfahrungen mit Bezugspersonen und entwickeln daraus beziehungsleitende Annahmen.

Das heißt:

Die frühe Bindung eines Kindes zur Bezugsperson wird zu einem (unbewussten) Prototyp für zukünftige Beziehungen.

Dieser Prototyp (also die verinnerlichten beziehungsleitenden Glaubenssätze) basiert auf zwei wichtigen Annahmen:

  1. Die innere Annahme über andere Personen (Bild von anderen): ob andere Menschen als zuverlässig und unterstützend wahrgenommen werden.
  2. Die innere Annahme über sich selbst (Selbstbild): ob man sich selbst als Person wahrnimmt, auf die andere zuverlässig mit Unterstützung reagieren.

Dieses Konzept siehst du in der folgenden Abbildung dargestellt, wobei zusätzlich auch noch die verschiedenen Bindungstypen eingezeichnet sind.

Beide Annahmen können sowohl positiv als auch negativ ausfallen.

Das heißt, eine Person kann …

  • über andere eine sehr positive Annahme haben: „Ich kann anderen trauen, andere Personen können Unterstützung geben.“
  • und gleichzeitig über sich selbst eine negative Annahme: „Ich bin es nicht wert, dass man mich unterstützt.“

Die Bindungstypen im Überblick

Nun weißt du bereits, wie die Bindungsmuster bei Kindern entstehen und welche inneren Annahmen über sich selbst und andere dabei ausgebildet werden.

Daraus entwickeln sich im Erwachsenenalter die jeweiligen Bindungsstile.

Auch hier können wir zunächst grob zwischen dem sicheren Bindungsstil und unsicheren Bindungsstilen unterscheiden:

Der sichere Bindungstyp (secure)

Menschen mit diesem Bindungstyp haben ein positives Selbstwertgefühl.

Sie glauben an die Beständigkeit von Liebesbeziehungen und erleben diese als vertrauensvoll, freundschaftlich und von positiven Emotionen getragen.

Dieser Bindungstyp fühlt sich mit einer guten Balance aus Nähe und Distanz wohl.

Das Autonomiebedürfnis des Partners verunsichert ihn nicht direkt.

Gleichzeitig setzt er seine eigenen Grenzen klar, wenn er nicht fair behandelt wird.

Der ängstliche Bindungstyp (anxious, preoccupied)

Dieser Bindungstyp beschäftigt sich viel mit seinem Wunsch nach Nähe und Verbindung und versucht, diesen in engen Beziehungen zu erfüllen.

Er macht sich schnell von anderen abhängig und sucht stark nach Unterstützung.

Menschen mit diesem Bindungstyp haben außerdem große Angst vor dem Alleinsein und halten sich deshalb besonders fest an einer bestehenden Beziehung.

Umgangssprachlich bezeichnet man den ängstlichen Bindungstyp auch als „Verlustängstler“.

Der vermeidende Bindungstyp (avoidant)

Dieser Bindungstyp legt großen Wert auf Unabhängigkeit und Selbstbestimmung und fühlt sich schnell eingeengt, wenn eine Beziehung zu viel Nähe einfordert.

Er neigt dazu, seine Emotionen zu kontrollieren oder herunterzuspielen und zeigt Zuneigung oft nur subtil oder indirekt.

Menschen mit diesem Bindungstyp haben häufig Schwierigkeiten, ihre eigenen Bedürfnisse nach Nähe zuzulassen oder zu äußern.

Bei Konflikten oder intensiven Gefühlen ziehen sie sich eher zurück.

Sie schützen sich davor, verletzt zu werden, indem sie emotionale Distanz wahren und zu viel Nähe mit dem Verlust von Autonomie verknüpfen.

Mehr zu den Anzeichen für Bindungsangst kannst du übrigens in diesem Blogbeitrag von uns erfahren – klick!

Umgangssprachlich bezeichnet man den vermeidenden Bindungstyp auch als „Bindungsängstler“.

Der desorganisierte Bindungstyp (desorganized)

Dieser Bindungsstil ist eine Mischung aus dem ängstlichen und dem vermeidenden.

Menschen mit diesem Bindungstyp erleben gleichzeitig eine starke Sehnsucht nach Nähe und eine große Angst davor.

Sie schwanken oft zwischen dem Wunsch nach Verbindung und dem Bedürfnis, sich zu schützen.

Das führt zu widersprüchlichen Verhaltensweisen, zum Beispiel intensiver Annäherung, gefolgt von plötzlichem Rückzug.

Häufig liegen diesem Muster belastende oder traumatische Erfahrungen zugrunde.

Nähe wird dadurch sowohl als etwas Schönes, aber gleichzeitig auch als potenziell Bedrohliches empfunden.

Beziehungen sind für diesen Bindungstyp meist emotional sehr intensiv, jedoch auch geprägt von Unsicherheit, Misstrauen und Angst.

Wie häufig sind die einzelnen Bindungsstile?

Nachdem wir uns jetzt die verschiedenen Bindungsstile angesehen haben, fragst du dich vielleicht, wie oft sie eigentlich in der Bevölkerung vorkommen.

In westlichen Industrieländern…

  • sind etwa 50–60 % der Menschen sicher gebunden,
  • rund 20–25 % zeigen einen vermeidenden Bindungsstil und
  • weitere 20–25 % einen ängstlichen.

Der desorganisierte Bindungsstil ist mit ungefähr 5 % am seltensten.

Beziehungs-Sprengstoff: Wenn zwei unsichere Partner aufeinandertreffen

Tatsächlich „ziehen“ sich unsichere Partner oft unbewusst an und landen dann in einer Beziehung.

Solche Konstellationen bringen jedoch oft besonders viel Sprengstoff oder „Konfliktpotenzial“.

Darum lohnt es sich, hier etwas genauer hinzuschauen.

Warum wählen viele einen Partner mit unsicherem Bindungsstil, wenn es doch auch sichere gibt?

Oft liegt es daran, dass unser Herz auf vertraute Muster anspringt: auch dann, wenn sie uns nicht guttun.

Unbewusst zieht uns jemand an, dessen Bindungsstil wir schon aus unserer Kindheit oder aus früheren Beziehungen kennen.

Diese Vertrautheit fühlt sich zunächst „sicher“ an, obwohl sie es in Wahrheit nicht ist.

Hinzu kommt häufig die Hoffnung: „Vielleicht kann ich helfen, dass sich mein Partner ändert.“

Gerade Menschen mit einem unsicheren Bindungsstil klammern sich nicht selten an diese Vorstellung.

Ein weiterer Grund:

Sicher gebundene Menschen wählen oft selbst auch wieder sichere Partner.

Wenn sie beim Dating unsichere Verhaltensweisen bemerken, wenden sie sich meist schneller ab.

Ängstlich und vermeidend (kommt am häufigsten vor)

Am Anfang ist oft eine starke Anziehung da: beide wirken wie das perfekte Gegenstück füreinander.

Mit der Zeit zeigt sich jedoch, dass der vermeidende Bindungstyp mehr Distanz braucht, während der ängstliche Bindungstyp nach mehr Nähe sucht.

Das führt zu einem typischen Muster: der eine rennt hinterher, der andere flüchtet.

Die Beziehung ist dadurch von ständiger Unsicherheit geprägt, selten von Stabilität.

Langfristig fühlen sich beide emotional nicht erfüllt oder der Bindungsängstler trennt sich beispielsweise, weil er sich zu sehr eingeschränkt fühlt.

Vermeidend und vermeidend

Auch diese Kombination kommt vor.

Meist handelt es sich um eher konfliktarme Beziehungen, in denen jeder sein eigenes Ding macht.

Oft finden sie sogar in Form einer Fernbeziehung statt, da die gegenseitige emotionale Distanz respektiert wird.

Allerdings fehlt es in solchen Beziehungen häufig an Tiefe, Intimität und emotionaler Nähe.

Über Gefühle und Bedürfnisse wird kaum gesprochen.

Langfristig führt das oft dazu, dass sich die Partner auseinanderleben oder die Gefühle verschwinden.

Und bei Stress oder Konflikten wird die Beziehung schnell beendet.

Ängstlich und ängstlich

In dieser Konstellation sehnen sich beide Partner stark nach Nähe und Bestätigung.

Oft entsteht eine Art emotionale Symbiose.

Kommt es jedoch dazu, dass sich einer zurückzieht, führt das schnell zu Überforderung.

Häufig treten Konflikte auf, die aus der Angst entstehen, verlassen zu werden.

Eifersucht und intensive emotionale Reaktionen sind typisch für diese Dynamik.

Beide Partner bestärken sich dadurch gegenseitig in ihrer Unsicherheit.

Die große Gefahr in dieser Beziehungskombination liegt in einer Co-Abhängigkeit.

Was bringt ein sicher gebundener Partner in eine Beziehung ein?

Ein sicher gebundener Partner bringt viele Vorteile mit, die einer Beziehung Stabilität und Tiefe geben.

Er kommuniziert Gefühle und Bedürfnisse klar, geht ruhig und lösungsorientiert in Konflikte und zeigt kein Rückzugsverhalten.

Der Kontakt bleibt verlässlich, ohne dass geklammert wird.

So entsteht ein gesundes Verhältnis von Nähe und Distanz.

Auch bei schwierigen Gefühlen bleibt der sicher gebundene Partner präsent und gibt damit Sicherheit.

Gerade in Beziehungen mit einem unsicher gebundenen Partner kann das sehr wertvoll sein.

Für den ängstlichen Bindungstyp bedeutet das, genügend Rückmeldung und Sicherheit zu bekommen.

Dadurch nimmt das Bedürfnis nach Klammern oder Kontrolle langfristig ab und Vertrauen sowie emotionale Stabilität können zurückkehren.

Für den vermeidenden Bindungstyp wiederum wird Nähe erlebbar als etwas Sicheres und Respektvolles.

 

So gelingt es nach und nach, sich wieder zu öffnen.

Ein unsicherer Bindungsstil wird dadurch vor eigenen Triggern bewahrt und nicht überfordert.

Auf diese Weise entsteht Raum für Weiterentwicklung.

Die häufigsten Fallen, wenn du dich mit Bindungstypen beschäftigst

Wenn man sich mit Bindungstypen beschäftigt, tut sich oft ein ganz neues Universum an Erkenntnissen auf.

Plötzlich versteht man so vieles und kann das, was passiert ist, besser erklären und einordnen.

Das ist grundsätzlich super, jedoch lauern da auch ein paar Fallen – gerade im Umgang mit dem Partner, Ex-Partner oder dem Umfeld.

#1 Bindung ist wichtig, sie ist aber nur ein Teil des Ganzen

Die Bindungstheorie ist wertvoll, weil sie viele Beziehungsprobleme erklären kann.

Dennoch ist sie nicht alles, sondern nur ein Aspekt von vielen, die unsere Entwicklung beeinflussen, genauso wie soziale Herkunft, Kultur oder Geschlecht.

 

Deshalb ist es wichtig, achtsam damit umzugehen.

Außerdem sollten wir uns vor dem sogenannten confirmation bias in Acht nehmen.

Wir neigen dazu, Informationen so zu deuten, dass sie unsere bereits bestehenden Gefühle oder Überzeugungen unterstützen.

Nicht jeder Mensch hat automatisch einen unsicheren Bindungsstil, nur weil manche Verhaltensweisen darauf hindeuten könnten.

#2 Beschuldige nicht deine Eltern und übernimm Verantwortung

Nicht nur die Eltern sind für den eigenen Bindungsstil verantwortlich, sondern – wie du schon erfahren hast – auch alle weiteren Bindungs-Erfahrungen im bisherigen Leben.

Die Eltern allein für den eigenen Bindungsstil zu beschuldigen, greift also zu kurz.

In der Regel haben Eltern unter ihren jeweiligen Umständen ihr Bestes gegeben.

Und:

Am eigenen Bindungsstil kann man arbeiten und dadurch Schritt für Schritt selber zu einer sicheren Bindung kommen.

Auch wenn dieser Weg etwas Geduld braucht, lohnt es sich, diesen auch zu gehen!

#3 Bindung ist ein Kontinuum und kein Schwarz-weiß-Denken

Bindung ist keine „starre Kategorie“.

Vielmehr handelt es sich um ein Kontinuum mit fließenden Übergängen.

Außerdem kann sich der Bindungsstil im Laufe des Lebens durch neue Erfahrungen, Beziehungen oder persönliche Entwicklungen verändern.

#4 Achtung vor vorschnellen Zuschreibungen

Es ist wichtig, andere Menschen nicht vorschnell in Schubladen zu stecken oder mit einem Bindungsstil zu „labeln“.

Jeder Mensch ist individuell, und in Beziehungen können viele unterschiedliche Faktoren hineinspielen.

Bindungsstile können zwar hilfreiche Orientierung bieten, sie erklären jedoch nie das gesamte Bild einer Person.

#5 Fokussiere dich nicht nur auf die Defizite des jeweiligen Bindungsstils

Unser Gehirn hat eine natürliche Negativitätsverzerrung und fokussiert sich daher schnell auf Defizite.

Umso wichtiger ist es, auch die Stärken der einzelnen Bindungsstile wahrzunehmen.

So zeigt sich beim ängstlichen Bindungsstil oft eine besondere Fürsorglichkeit und Empathie.

Beim vermeidenden Bindungsstil sticht dagegen die Fähigkeit zu Unabhängigkeit und Selbstständigkeit hervor.

Wie der Weg zu einer sicheren Bindung gelingen kann

Wir hatten ja schon angesprochen, dass ein Bindungstyp kein endgültiges „Schicksal“ ist, sondern verändert werden kann.

Das Ziel sollte dabei immer ein sicherer Bindungstyp sein, welcher in einer guten Balance aus Autonomie und Nähe leben kann.

Wie kann so ein Weg zur sicheren Bindung gelingen?

Hier haben wir die besten Tipps für dich!

Wie kommt man zur sicheren Bindung?

Diese Punkte helfen dir zu einer sicheren Bindung zu kommen, damit arbeiten wir auch im Coaching:

Tipp #1: Eigene Muster erkennen, Trigger, Schutzmechanismus. Wer versteht, welche automatischen Reaktionen und Schutzstrategien er in Beziehungen nutzt, kann ungesunde Muster gezielt durchbrechen.

Dieses Bewusstsein ist die Grundlage, um bewusstere, konstruktivere Verhaltensweisen zu wählen.

Tipp #2: Gesunde Selbstregulation lernen. Die Fähigkeit, mit intensiven Emotionen umzugehen, verhindert Überreaktionen und Rückzug in Konfliktsituationen.

So entsteht mehr Stabilität und Sicherheit in Beziehungen.

Tipp #3: Selbstwert stärken. Ein stabiler Selbstwert macht unabhängiger von ständiger Bestätigung von außen.

Das erleichtert Vertrauen, Offenheit und eine entspanntere Verbindung zu anderen.

Tipp #4: Gefühle und Bedürfnisse erkennen, Kommunikation lernen. Wer klar benennen kann, was er fühlt und braucht, kann dies auch konstruktiv mitteilen.

Das verringert Missverständnisse und schafft mehr Nähe und Verständnis.

Tipp #5: Mit anderen positive Erfahrungen sammeln (auch außerhalb romantischer Beziehungen). Positive Interaktionen in Freundschaften, Familie oder im Alltag stärken das Vertrauen, dass Nähe sicher sein kann.

Diese Erfahrungen lassen sich dann auch in romantische Beziehungen übertragen.

Tipp #6 ist explizit für den vermeidenden Bindungsstil. Lass emotionale Nähe und Verletzlichkeit zu.

Wer sich bewusst öffnet und seine Gefühle teilt, durchbricht das Muster des Rückzugs und schafft damit die Grundlage für echte Verbundenheit.

Tipp #7 ist explizit für den ängstlichen Bindungsstil. Lerne Unabhängigkeit und Eigenständigkeit zu leben.

Wer lernt, sich selbst Halt zu geben, reduziert die Angst vor dem Verlassenwerden. Das schafft mehr Ausgeglichenheit in der Partnerschaft.

tipp #8: Unterstützung annehmen (Therapie, Coaching). Professionelle Begleitung hilft, blinde Flecken zu erkennen und neue Strategien sicher einzuüben.

Dadurch wird der Weg zum sicheren Bindungsstil klarer und schneller.

Gern kannst du auch zu uns ins Coaching komme, um dich deinem Bindungstyp näher zu widmen:

>>> Jetzt persönliche Unterstützung holen – klick!

Achtung: Versuche nicht, den eigenen Partner zu „therapieren“!

Du bist nicht verantwortlich für die Heilung deines Partners.

Der Versuch, ihn „therapieren“ zu wollen, führt oft nur zu Abhängigkeit oder Widerstand.

Gerade verlustängstliche Partner versuchen dann, dem bindungsängstlichen Partner die Angst vor einer Beziehung zu nehmen.

Das funktioniert aber leider nicht.

Lege den Fokus stattdessen auf dich selbst und arbeite an deinen eigenen Themen.

Schon dadurch wird dein Partner anders auf dich reagieren.

Heilung kann immer nur aus eigenem Antrieb entstehen.

Unterstützung ist wertvoll, doch es braucht Eigenverantwortung und die innere Bereitschaft zur Veränderung.

Häufige Fragen: Das haben auch andere zu Bindungsstilen gefragt

Kann man selber zu einem sicheren Bindungstyp gelangen?

Ja – der Bindungsstil ist veränderbar und kein fixes Persönlichkeitsmerkmal.

Voraussetzung dafür sind Selbstreflexion, emotionale Arbeit und vor allem sichere Beziehungserfahrungen.

Wie man diese aufbaut, erkläre ich dir im nächsten Punkt.

Warum fühlt sich mein Partner plötzlich eingeengt, obwohl wir uns gerade erst nähergekommen sind?

Gerade beim vermeidenden Bindungsstil kann zu viel Nähe sehr schnell zu Rückzug führen.

Für deinen Partner fühlt es sich dann an, als würde seine Freiheit auf dem Spiel stehen, auch wenn du es gar nicht so gemeint hast.

Versuch das nicht persönlich zu nehmen.

Gib ihm Zeit und näher dich langsam wieder an, damit deine Nähe nicht bedrohlich auf ihn wirkt.

Wieso verliebe ich mich immer wieder in Menschen, die keine Nähe zulassen?

Unser Herz sucht sich nicht immer das, was uns guttut.

Oft greift es nach dem, was sich vertraut anfühlt.

Wenn dir diese Dynamik bekannt vorkommt, steckt dahinter meist ein altes Muster, das schon in der Kindheit geprägt wurde.

Erst wenn du das erkennst, kannst du bewusst daran arbeiten, um in Zukunft andere Menschen anzuziehen.

Kann ein unsicherer Bindungsstil sich in einer Beziehung mit einem sicheren Partner wirklich zu einem sicheren Bindungsstil verändern?

Ja und zwar, weil ein sicherer Partner dir das gibt, was dein Bindungssystem so dringend braucht: Verlässlichkeit, Klarheit und Sicherheit.

Damit können alte Ängste Schritt für Schritt leiser werden.

Aber: Veränderung passiert nicht über Nacht.

Sprich mit deinem Partner über deine Ängste, damit ihr gemeinsam daran arbeiten könnt.

Wie schaffe ich es, meine Angst vor dem Alleinsein zu überwinden, ohne sofort in eine neue Beziehung zu flüchten?

Indem du lernst, dass Alleinsein nicht gleich Einsamkeit bedeutet.

Bau dir Inseln der Geborgenheit bei dir selbst auf.

Dinge, die dich nähren und erfüllen, ohne dass jemand anderes dafür sorgen muss.

Was macht dir Spaß? Was tut dir gut?

Kümmere dich gut um dich selbst, so wird es mit der Zeit leichter, dich in deiner eigenen Gesellschaft sicher zu fühlen.

Wie erkenne ich, ob mein Rückzugsverhalten vom vermeidenden Bindungsstil kommt oder ob ich einfach Freiraum brauche?

Frag dich: Will ich Abstand, um mich vor einer Verletzung oder dem Verlassenwerden zu schützen oder einfach um aufzutanken?

Beim vermeidenden Bindungsstil steckt oft Angst vor Nähe dahinter, während gesunder Freiraum recht schnell wieder Lust auf Verbindung macht.

Dein Körpergefühl und ehrliche Selbstreflexion sind hier die besten Wegweiser.

So geht es für dich weiter!

Du hast nun erfahren, welche Bindungstypen es gibt und wie sie eine Beziehung beeinflussen können.

Vielleicht möchtest du dich jetzt noch genauer mit den einzelnen Bindungstypen beschäftigen?

Dafür gibt es bei uns ebenfalls Blogbeiträge, in denen wir alles noch viel detaillierter beleuchten:

>>> Alles zum vermeidenden Bindungstyp!

>>> Alles zum ängstlichen Bindungstyp!

Alles Liebe,

Elena

Elena

Elena ist Senior Coach bei szenario-zwei, Psychologin sowie MA in Philosophie.

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