Toxische Beziehung retten und heilen in 5 Schritten [so gelingt’s!]

Wenn wir Menschen eine Beziehung eingehen, dann wünschen wir uns, dass die Beziehung uns glücklich macht.

Unglücklicherweise gibt’s auch Beziehungen, die eher einer emotionalen Achterbahn gleichen und mehr Energie kosten als sie bringen.

Also Beziehungen, die toxisch sind und einem selbst langfristig nicht guttun.

Aber was kann man da tun, sodass man nicht ständig im „Aushalte-Modus“ hoffen muss, dass sich vielleicht doch irgendwann etwas ändert?

In diesem Guide wirst du erfahren, was du tun kannst, damit du die Wahrscheinlichkeit erhöhst, dass sich deine Beziehung alles zum Guten wenden wird.

Du bekommst die bewährte szenario-zwei-Methode, wie man eine toxische Beziehung retten und heilen kann.

Und wir werden uns auch anschauen, wann es eventuell besser ist, die Beziehung zu beenden.

Also los geht’s!

Toxische Beziehung Test: Steckst du in einer toxischen Beziehung?

Mit dem folgenden Test kannst du herausfinden, ob du dich vielleicht in einer toxischen Beziehung befindest.

Es dauert ca. 5 bis 10 Minuten, um den Test durchzuführen. Die Resultate werden dir unmittelbar danach angezeigt. (Keine E-Mail-Adresse nötig, um die Resultate zu sehen!)

Beginne unten gleich mit der ersten Frage und wähle eine Antwort aus:

Hinweis: Der Test wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Jedoch kann er eine professionelle Meinung von einem Therapeuten, Psychologen usw. nicht ersetzen.

Schritt #1: Kenne die Voraussetzungen, damit man eine toxische Beziehung heilen kann

Das Ziel in diesem Guide ist es, „weg vom Hoffen hin zum Tun“ zu kommen.

Viele sind in einer toxischen Beziehung in einem „stuck state“ gefangen – wie festgefahren und es geht nicht mehr vorwärts.

Darum müssen wir raus aus diesem stuck state. Wir brauchen mehr Handlungsoptionen!

Darum geht’s beim ersten Schritt darum, welche Voraussetzungen es braucht, damit man eine toxische Beziehung retten kann.

Man kann Menschen nicht ändern!

Oftmals scheint die Lösung ganz simpel: „Mein Partner müsste nur mehr XY tun oder weniger YZ sein…“

Und vielleicht wärst du ja auch auf der Suche, nach der „magischen Pille“, die dein Partner nur schlucken müsste, damit in der Beziehung alles wieder passt.

So gern ich dir auch sagen würde, dass es so eine magische Pille gibt, leider können wir Menschen nicht ändern.

Man kann beispielsweise einem Narzissten nicht den Narzissten austreiben.

Sorry, wenn ich gleich hier am Anfang etwas direkt bin, doch wir bei szenario-zwei wollen dir professionell weiterhelfen und keine „Wirtshaus-Buddys“ sein.

Obwohl es nicht möglich ist, Menschen zu ändern, so ist es sehr wohl möglich, gewisse Dinge zu tun, sodass sich die Dynamik in der Beziehung ändert.

Zusätzlich kannst du den ersten Schritt gehen. Wie das funktioniert, erfährst du ja hier in diesem Guide.

Damit sind wir dann auch schon bei der vielleicht wichtigsten Voraussetzung, damit man eine toxische Beziehung heilen kann…

Was der Partner mitbringen muss…

Damit es möglich ist, eine toxische Beziehung zu retten, brauchen wir vom Partner zumindest etwas Reflexionsvermögen, um kritisch über sich selbst nachzudenken und sich auf Gespräche einzulassen.

Oder anders gesagt:

Du kannst den ersten Schritt machen, jedoch dein Partner muss dir auch folgen wollen.

Das geht in die Richtung der dritten Komponente von Liebe gemäß Barbara Fredrickson: Nämlich, dass einem das Wohlergehen des Partners am Herzen liegt.

Wenn deinem Partner dein Wohlergehen egal ist und keine Gespräche möglich sind, dann ist es sehr schwer, eine toxische Beziehung zu heilen.

Das Retten einer toxischen Beziehung braucht etwas Zeit!

Ich hatte ja schon erwähnt, dass man eine toxische Beziehung nicht mit einer „magischen Pille“ heilen kann.

Vielmehr braucht es etwas Zeit.

Es ist schwer, aus einer toxischen Dynamik auszubrechen – und wenn es so einfach wäre, dann hättest du es ja schon gemacht, oder?

Das heißt:

Setze dir einen bestimmten Zeitraum, um Dinge anders zu machen und um zu sehen, wie dein erster Schritt wirkt.

Auf diese Weise wird alles ein wenig fassbarer und konkreter und zwingt dich auch, für dich selbst einzustehen.

Eine Klientin von mir, Annika, steckte auch lange Zeit in einer toxischen Beziehung fest. Sie ist zu mir ins Coaching gekommen, weil sie nicht mehr weiterwusste.

In diesem Guide werde ich dir immer ein wenig von Annika erzählen, weil ihr Fall die verschiedenen Schritte, die zum Heilen einer toxischen Beziehung nötig sind, gut illustriert.

Und so hat Annika den Zeitraum definiert: „Ich merke, mir tut die Beziehung nicht gut. Ich setze für mich einen Zeitraum von 2 Monaten, um zu sehen, ob sich etwas ändern kann – also bis zum 1.3.2022!“

Gewinne Raum für dich zurück!

Zum Retten einer toxischen Beziehung gehört auch dazu, dass man sich selbst wieder Raum zurückerobert, um die Fixierung vom Partner etwas zu lösen.

Darum empfehle ich meinen Klient:innen, die sich in einer toxischen Beziehung befinden, sich auch selbst ein wenig zurückzugewinnen:

  • Nämlich eigene Ziele und Visionen wieder anzugehen.
  • Wieder jene Dinge zu entdecken, die einem selbst Spaß machen und die man vielleicht in der Beziehung mittlerweile vernachlässigt hat.
  • Für sich selbst gut zu sorgen und jene Dinge zu tun, die einem selbst Energie geben.

Warum ist das wichtig?

Das Heilen einer toxischen Beziehung ist möglich, braucht in den meisten Fällen jedoch Zeit und Energie.

Und damit das alles gut für dich ausgehen kann, schadet es nicht, die eigenen Energie-Reservoirs wieder aufzufüllen.

In meinem Kurs Dich selbst zurückgewinnen nehme ich dich an die Hand, wenn du hier etwas Unterstützung benötigst.

Darin schauen wir uns auch die so genannten Parallel-Personas an, also jene Teile in dir, die dir Energie geben können in schweren Situationen.

>>> Mehr zu diesem Kurs erfährst du hier!

Wie geht’s nun weiter?

Bevor wir zum zweiten Schritt kommen, möchte ich dir noch einen kleinen Ausblick auf das Folgende geben.

Toxische Beziehungen saugen oft die Energie aus einem selbst raus.

Deshalb werden wir uns in den nächsten beiden Schritten damit beschäftigen, deine Bedingungen zu definieren und deinen eigenen Beitrag zu identifizieren.

Nur wenn das für dich geklärt ist, kannst du mit deinem Partner darüber in einen Dialog treten.

Anschließend (ab Schritt #4) gehen wir in eine „Test-Phase“. Da observieren wir, ob sich was tut und ob deine Grenzen und Bedingungen akzeptiert werden und ob du mit deinem Partner gemeinsam Lösungen finden kannst.

Ist das nicht möglich, dann wird es darum gehen, Konsequenzen zu setzen, was letztlich auch dazu führen kann, die toxische Beziehung zu beenden.

Das klingt vielleicht etwas beängstigend. Doch ein Zustand in der Beziehung, wo es dir nicht gutgeht und dir Energie raubt, das ist ein schlechter Zustand.

Darum schauen wir uns ganz genau an, was du tun kannst, sodass du dir nicht vorwerfen kannst, nicht alles versucht zu haben.

Und wenn du alles versucht hast und es trotzdem nicht funktioniert hat, dann erfährst du auch, wie du gut aus der toxischen Beziehung kommen kannst und wie du anschließend wieder auf die Beine kommen kannst!

Damit düsen wir gleich weiter zu Schritt #2, nämlich: Die eigenen Grenzen und Bedingungen definieren.

Schritt #2: Kenne deine Beziehungs-Bedingungen!

Aus dem toxischen Hamsterrad kann man nur dann ausbrechen, wenn sich etwas ändert.

Ansonsten bleibt man immer nur im Hoffen und kommt nicht ins Tun. So würde man ewig in der toxischen Dynamik steckenbleiben und weiter leiden.

Deswegen soll es in diesem Schritt darum gehen, mal eine Fahne am jetzigen Zeitpunkt hineinzustecken und zu sagen: „Okay, die Phase des Hoffens ist vorbei. Durch Warten bin ich in der Situation gelandet, wo ich jetzt bin. Das tut mir nicht gut. Deswegen werde ich ab jetzt etwas anders machen, denn hoffen hat mir nichts gebracht!“

Damit sich etwas ändern kann, müssen wir uns mal damit beschäftigen, was sich den überhaupt ändern soll.

Oder anders gesagt: Wir wollen uns mit deinen Beziehungs-Bedingungen beschäftigen.

Eigene Beziehungs-Bedingungen definieren, um eine toxische Beziehung zu retten

Wenn man eine toxische Beziehung heilen möchte, dann muss man zunächst mal selber wissen, was einen stört und was man will – und das möglichst konkret!

Wir wollen also die Frage klären: Was will ich und was hätte ich gern anders?

Meinen Klient:innen empfehle ich die Technik des „Beziehungs-Tagebuchs“, um genau das herauszufinden.

Wie geht das nun genau?

Schnapp dir dazu am besten ein kleines Heftchen und beantworte schriftlich in den nächsten 2 Wochen jeden Tag die folgenden Fragen:

  • Frage #1: Was war heute gut, was hat gepasst? Was vom heutigen Tag würde ich gern öfters erleben?
  • Frage #2: Was hat mich heute in der Beziehung besonders gestört?
  • Frage #3: Was hätte ich mir von meinem Partner stattdessen gewünscht?

Wenn du diese Fragen über mindestens 2 Wochen beantwortest, dann wirst du vermutlich schon einen guten Trend herauslösen können.

Mit dem Beziehungs-Tagebuch in der obigen Form kannst du herausfinden, in welchen Bereichen du dir in der Beziehung eine Veränderung wünscht.

Wenn du hierzu Hilfe benötigst, dann komm gern zu szenario-zwei ins Coaching, wir unterstützen dich gerne dabei.

>>> Hier kannst du mehr zum Coaching-Angebot bei szenario-zwei erfahren!

So hat Annika ihre Beziehungs-Bedingungen definiert

An Praxisbeispielen lernt man, finde ich, am meisten. Deswegen möchte ich dir nun erzählen, wie meine Klientin Annika, sie hatte ich dir ja schon weiter oben vorgestellt, ihre Beziehungs-Bedingungen definiert hat, um ihre toxische Beziehung zu retten.

Annika hatte einen anstrengenden Job in einem Architekturbüro und arbeitete unter der Woche viel. Ihr Partner, Matthias, hatte ebenfalls einen stressigen Job.

Und so bleib Großteils nur das Wochenende für gemeinsame Unternehmungen.

Annika war es jedoch auch wichtig, am Wochenende Freunde oder ihre Mutter regelmäßig zu treffen. Und weil die auch ungefähr wissen wollten, wann ein gemeinsames Treffen zustande kommt, brauchte Annika etwas Planung für die Wochenenden.

Mit Matthias war dies jedoch nicht möglich. Er wollte nie etwas ausmachen, sondern nur spontan sein.

Zusätzlich traf Matthias am Wochenende auch seine Freunde und hat Annika deswegen auch schon des Öfteren versetzt.

Annika hat darum begonnen, keine eigenen Pläne mehr zu machen, damit sie immer spontan Zeit hat, Matthias zu sehen.

Ihre eigenen sozialen Kontakte litten natürlich darunter. Denn sehr oft waren ihre Freunde oder ihre Mutter dann einfach schon verplant.

Und wenn Annika sich dann doch mal was ausmachte, reagierte Matthias harsch und beschuldigte Annika, dass sie sich nicht für ihn interessiert.

So hat nun Annika ihre Beziehungs-Bedingung definiert: „Ich möchte mehr Planungssicherheit für die Wochenenden von Matthias, sodass ich ihn sehen kann, aber auch zusätzlich mit Freunden und meiner Mutter Zeit verbringen kann!“

Das heißt:

Meine Einladung an dich ist, auch eine oder mehrere solcher Beziehungs-Bedingungen zu finden.

Im nächsten Schritt wollen wir uns mit dem eigenen Teil beschäftigen, den man zur Aufrechterhaltung der toxischen Dynamik leistet.

Lies also gleich weiter…

Schritt #3: Identifiziere den eigenen Beitrag

Beziehungen sind stets ein Wechselspiel. Damit eine toxische Dynamik aufrechterhalten werden kann, braucht es immer beide Partner.

Um eine toxische Beziehung heilen zu können, müssen wir uns auch mit dem eigenen Beitrag beschäftigen.

Denn solange man in einer toxischen Beziehung bleibt, leistet man zumindest einen Beitrag.

Nämlich, dass man aktiv in der toxischen Beziehung bleibt und die Dinge so aushält, wie sie gerade sind.

Ich erlebe es im Coaching oft, dass sich Menschen, die gerade in einer toxischen Beziehung sind, ein gutes Set an „Ausreden“ zurechtgelegt haben, warum sie die Dinge aushalten müssen.

Mir werden dann oftmals Gründe genannt wie:

  • „Er kann halt nicht anders.“
  • „Sie ist ja so gestresst.“
  • „Ich bin so kompliziert.“

Bist du auch im „Aushalte-Modus“?

Ich lade dich ein, mal genauer hinzuschauen (und vielleicht auch das über einige Zeit mal aufzuschreiben!).

Nämlich herauszufinden, wie viel du tatsächlich versuchst auszuhalten, bevor du etwas sagst – oder ob du überhaupt etwas sagst.

Denn dieses „Aushalten“ trägt entschieden zum Erhalten der toxischen Dynamik bei.

Das Ausmaß des „Aushaltens“ legt fest, wie stark die Beziehung einseitig vom Partner bestimmt wird: Der Partner gibt vor und man selbst ist nur im „Aushalte-Modus“.

Erst wenn man selbst sagt: „Okay, ich mag es nicht mehr aushalten!“, erst ab dann kann man auch beginnen, selbst mitzugestalten und die toxische Beziehung zu heilen.

Achtung vor Vorwürfen!

Ein weiterer eigener Beitrag zum Aufrechterhalten einer toxischen Dynamik liegt in einem Teufelskreis der Kommunikation.

Wenn der Partner ein toxisches Verhalten an den Tag legt und das einem selbst schon sehr wehtut, dann kippt man sehr schnell in Vorwürfe.

Weil sich innerlich dann schon so viel Verletzung und Enttäuschung aufstaut und dann mit einem Mal nach draußen bricht.

Und versteh mich nicht falsch: Natürlich ist es gut, wenn die Dinge rauskommen, die man in sich trägt!

Wenn man das aber nur mit Vorwürfen macht, dann ist das nicht unbedingt die Richtung, die zur Heilung einer toxischen Beziehung nötig wäre.

Schauen wir uns das Ganze am Beispiel eines Narzissten an. Wenn man dem dann auch noch mit Vorwürfen kommt, dann wird dieser das sehr oft noch bitterer auffassen, als es andere Personen tun würden.

Der Narzisst zieht die Mauern hoch und man ist weiter von der Lösung entfernt als vorher.

Hast du schon mal Grenzen in der Beziehung gesetzt?

Grenzen setzen meint, dass du aktiv für deine Beziehungs-Bedingungen einstehst und deine Bedürfnisse dahingehend verteidigst.

Vielfach ist es so, dass man ohnehin schon ausschließlich im „Aushalte-Modus“ ist.

Der Partner umgekehrt denkt sich dann: „Okay, es passt also eh alles!“, eben weil du deine Grenzen nie kommuniziert hast.

Und wenn die Grenzen wiederholt verletzt werden, dann muss es auch Konsequenzen geben. Wie das aussehen kann, das werden wir uns in Schritt #5 noch genauer anschauen

So hat Annika ihren eigenen Beitrag festgestellt

Auch Annika hat sich Zeit genommen, ihren eigenen Beitrag zu identifizieren. Sie ist zu folgenden Erkenntnissen gekommen.

Annika war auch im typischen „Aushalte-Modus“. Sie hat die Dynamik aufrechterhalten, in dem sie selbst nichts mehr geplant hat.

Sie hat eigene Freunde und ihre Mutter vernachlässigt, war für Matthias immer verfügbar, falls er mit ihr Zeit verbringen mochte.

Mit Matthias hat sie nie darüber gesprochen, sondern ihren Ärger stets runtergeschluckt – bis sie es eben irgendwann nicht mehr ausgehalten hat und bei mir im Coaching Rat gesucht hat.

Schritt #4: Die Dinge beim Namen nennen, um die toxische Beziehung zu heilen!

Bislang haben wir uns ausschließlich mit dir und deinem Inneren beschäftigt.

Du hast erfahren, dass du den ersten Schritt tun kannst, um eine toxische Beziehung zu retten und hast dir dafür einen Zeitraum definiert.

Wir haben uns mit deinen Beziehungs-Bedingungen beschäftigt und deinen eigenen Beitrag identifiziert, den du zum Aufrechterhalten der toxischen Dynamiken einbringst.

Nun wird’s so richtig praktisch. Denn wir wollen raus aus dem „Aushalte-Modus“ – wir wollen ins Handeln kommen!

Es geht also darum, …

  • mit deinem Partner in Dialog zu treten,
  • zu sagen, was dir wichtig ist und was du gerne hättest,
  • das alles dann zu beobachten und – wenn nötig – Konsequenzen zu ziehen.
    (dieser letzte Punkt kommt dann aber erst in Schritt #5)

Sprich zuerst an, was dich stört!

Hier müssen wir ein bisschen aufpassen.

Je länger du nämlich Aushalte-Modus warst, desto überraschender wird das Ganze für deinen Partner sein.

Wir wollen deinen Partner nicht mit einer Flutwelle überstürzen, sondern mal mit einer kleinen Dosis beginnen, um eine Abwehr-Haltung zu vermeiden.

So stellen wir sicher, dass weiterhin alle Kommunikationskanäle offenbleiben und man die toxische Beziehung so schrittweise heilen kann.

Aus diesem Grund beziehe dich auf eine konkrete Situation. So vermeiden wir auch, dass der Partner genau ein Gegenbeispiel findet und man selbst dann nicht mehr weiß, was man sagen soll.

In Annikas Fall wäre beispielsweise: „Mit dir kann ich nie etwas an den Wochenenden ausmachen!“, NICHT konkret, sondern viel zu unspezifisch.

Je konkreter und spezifischer die Situation ist, desto eher wird sich was ändern!

Anschließend sage, was du gern anders hättest!

Du hast dich also auf eine konkrete Situation bezogen und gesagt, was für dich nicht passt.

Anschließend sprichst du an, warum du es gern anders hättest.

Aus meiner Erfahrung erzielt man dann die besten Resultate, wenn man einen Wert oder eine Sache findet, was dem toxischen Partner wichtig ist, um so das eigene Anliegen etwas zu „verkaufen“.

Schauen wir uns das am Beispiel von Annikas Partner Matthias an, der einige narzisstische Züge aufweist.

Narzissten sind auf den eigenen Vorteil aus. Deswegen hat Annika ihr eigenes Bedürfnis folgendermaßen verkauft: „…wenn wir das kommende Wochenende schon ein wenig im Voraus planen, dann bist du ja noch freier, weil du dann unter der Woche noch spontaner sein kannst!“

Fassen wir am besten nochmal die Formel zusammen:

#1 Sprich zuerst an, was dich stört + konkrete Situation

#2 Sag, was du gern anders hättest + „Verkaufsargument“

Praxisbeispiel: So hat es Annika gemacht

Wie auch weiter oben, möchte ich dir hier kurz erklären, wie meine Klientin Annika hier vorgegangen ist.

Annika hat folgendes gesagt: „Letzte Woche haben wir uns gar nicht ausgemacht, wann wir uns wieder sehen, deshalb wollte ich die ganze Woche nicht verplanen, damit ich immer Zeit für dich habe. Dann hatten wir dadurch einen Megastress am Wochenende, weil ich noch mit meiner Mutter unterwegs war, als du schon kommen wolltest. Ich würde mir wünschen, wenn wir das kommende Wochenende schon ein wenig im Voraus planen. Dann ist es für mich leichter, weil meine Mutter ja nochmal kommt, und dann bist du noch freier, weil du dann unter der Woche noch spontaner sein kannst!“

Schritt #5: Beobachten und Testen!

Von einem toxischen Partner darf man in aller Regel nicht erwarten, dass dieser sagt: „Ja, super passt!“

Eher wird sich der toxische Partner mürrisch mal drauf einlassen, doch es wird vermutlich beim nächsten Mal wieder schiefgehen.

Oder dass man selbst das Feedback bekommt, dass man kompliziert ist.

Aus meiner Erfahrung muss man selbst hier mal akzeptieren, dass ein Widerstand kommt.

Denn wenn es so leicht wäre, die toxische Beziehung zu heilen und eine Veränderung hinzubekommen, dann wäre das alles ja auch kein Problem mehr.

Aus diesem Grund haben wir ja in Schritt #1 schon einen Zeitraum festgelegt, in dem wir mal beobachten und testen, ob sich auch tatsächlich etwas verändert.

Und in diese Phase treten wir jetzt ein!

Was du realistisch erwarten kannst

Wie gesagt:

Nach dem einen Gespräch in Schritt #4 wird es vermutlich nicht so sein, dass anschließend alles in Butter ist.

In dieser „Beobachtungs-Phase“ verfolgenden wir einen zweistufigen Plan.

Schauen wir uns das Ganze am Beispiel von Annika an. Mit ihrem Fall bist du ja schon etwas vertraut.

Annika hatte also mit Matthias gesprochen und er hat – etwas mürrisch – eingewilligt und zugesagt, das nächste Wochenende etwas zu planen, sodass Annika auch ohne Stress Zeit mit ihrer Mutter verbringen kann.

Was ist dann am nächsten Wochenende passiert?

Nun ja… Nicht das, was sich Annika gewünscht hätte. Es gab wieder Chaos!

Annika war darauf aber vorbereitet – aus dem Coaching wusste sie, dass sich die Situation vermutlich nicht sofort ändern würde.

Sie hat also Schritt #4 wiederholt und nochmals mit Matthias gesprochen: „Matthias, das Wochenende war wieder sehr chaotisch, können wir es bitte nochmal probieren, es zu planen, denn ich würde nächstes Wochenende gerne dich sehen und auch mit einer Freundin etwas Zeit verbringen.“

Zusätzlich hat sie ihre Ausführungen noch um ein paar Vorteile und „Verkaufsargumente“ ergänzt.

Hat es diesmal funktioniert?

Nein… wieder nicht!

Genau das meine ich mit dem zweistufigen Plan.

Nachdem man das eigene Anliegen einmal dem Partner unterbreitet hat, beobachtet man zweimal, ob sich etwas ändert und spricht die eigenen Bedürfnisse wieder an.

Das hat Annika auch gemacht.

Doch ewig kann man dieses Spielchen nicht weiterspielen. Was also tun?

Genau darum geht’s jetzt…

Konsequenzen setzen!

Würde Annika nun abermals mit Matthias genau über das gleiche Thema sprechen, dann würde sich Matthias denken: „Ach, das geht schon wieder irgendwie…“

Und ja, irgendwie geht’s immer. Aber auf welche Kosten und zu welchem Preis?

Der Preis ist relativ eindeutig verteilt.

Während Matthias sein Treiben fröhlich weitermachen kann, ist Annika immer weiter frustriert und fühlt sich nicht wertgeschätzt und ernstgenommen.

Das heißt:

Es geht nun darum, auch Konsequenzen zu ziehen und für die eigenen Grenzen einzustehen – denn ansonsten wäre es nur ein weiteres stupides Wiederholen.

Nachdem sich nichts geändert hat und Annika abermals vertröstet wurde, hat sie folgendes gesagt: „Hey, ich hab dich nun zweimal gebeten, dass wir das Wochenende etwas planen, damit ich auch Zeit für meine Mutter und meine Freunde habe. Das hat nicht funktioniert. Wenn du einen besseren Vorschlag für die Wochenenden hast, bin ich dafür offen, aber ich will in Zukunft diesen Stress und dieses Chaos nicht mehr haben. Ich habe heute abgemacht, dass ich eine Freundin treffe. Wir können uns am nächsten Wochenende gern sehen, aber ich werde mich nicht mehr wegen dir stressen. Und wenn das bedeutet, dass wir uns am nächsten Wochenende nicht sehen, dann tut mir das leid.“

Der vielleicht schwerste Teil: Die Konsequenzen auch aushalten!

Erst wenn man selbst auch Konsequenzen setzt, kann man signalisieren: „So geht es nicht mehr weiter, es muss sich etwas ändern!“

Die vielleicht schwerste Übung ist dann, die eigenen Konsequenzen auch auszuhalten und mit den Folgen umzugehen.

Bei Annika war dies so…

Einerseits war es für Annika eine neue Erfahrung, so für sich einzustehen. Denn bislang hatte sie immer zurückgesteckt und nachgegeben.

Dennoch bedeutete dieses Einstehen für sich selbst auch Einschnitte für sie.

Sie wollte natürlich Matthias am Wochenende sehen, sie liebte ihn ja. Doch am folgenden Wochenende kam es so, wie es kommen musste.

Sie hatte sich Zeit für Freunde eingeplant, Matthias blieb spontan. Und so passierte es, dass beide keine Zeit für sich hatten.

Matthias hat sich daraufhin über ihr unflexibles Verhalten aufgeregt.

Das war für Annika auch nicht leicht. Dennoch wurde – wenn du so magst – der Schmerz nun auf „mehrere Schultern aufgeteilt“.

Klar, es tat Annika weh, Matthias nicht zu sehen und beschuldigt zu werden, man sei selbst so unflexibel, weil man ein paar Pläne machen wollte.

Doch nun merkte auch Matthias, dass Annika es „ernst“ meinte.

Wo der Heilungsprozess einer toxischen Beziehung beginnt

Solange man selbst ausschließlich im „Aushalte-Modus“ ist, wird die Beziehung immer toxisch bleiben.

Solange man nur selbst zurücksteckt und vielleicht auch noch selbst beschuldigt wird, ist die Beziehung noch toxisch.

Sobald der Partner jedoch auf die eigene Bitte eingeht, ein Veränderungsprozess beginnt und auch die eigenen Bedürfnisse gehört und umgesetzt werden, verlässt man das Toxische und das Heilen kann beginnen.

Man hat somit mehr Handlungsoptionen (und eben nicht nur das Aushalten!) und kann das toxische Gleis verlassen.

Wie es dann weitergeht

Fassen wir kurz zusammen, was bislang geschehen ist:

  • Um eine toxische Beziehung zu heilen kann man selbst den ersten Schritt tun, vom Partner braucht man aber zumindest etwas Reflexionsvermögen.
  • Du weißt, wie du eigene Beziehungs-Bedingungen definierst und wie du deinen eigenen Beitrag herausfindest.
  • Wir haben uns angeschaut, wie du ansprichst, wo der Schuh drückt.
  • Du hast erfahren, wie du notfalls Konsequenzen setzt und wo der Heilungsprozess einer toxischen Beziehung beginnt.

Damit gibt’s – vereinfacht gesagt – nun zwei mögliche Szenarien:

#1 Dein Partner reagiert wohlwollend und deine Bedürfnisse werden in der Beziehung auch gehört und ernstgenommen.

#2 Es ändert sich beim Beobachten und Testen gar nichts.

Schauen wir uns an, wie man in beiden Szenarien jeweils vorgehen kann…

Partner reagiert wohlwollend und es geschieht Veränderung

Zusätzlich ist es in toxischen Beziehungen oft so, dass es gefühlt ein Duzend an Baustellen gibt, die man heilen muss.

In diesem Fall empfehle ich, nicht alle gleichzeitig anzugehen, sondern jede einzelne situativ abzuarbeiten – genau nach dem Prinzip dieser 5 Schritte, die du bislang erfahren hast.

Stelle dich auch in diesem Szenario drauf ein, dass es vermutlich weiterhin etwas holprig sein kann.

Wenn du merkst, dass dein Partner auf dich zugeht, dann lohnt es sich, dranzubleiben und dann ist es auch möglich, die toxische Beziehung zu heilen.

Ich empfehle meinen Klient:innen stets, das Beziehungs-Tagebuch weiterzuführen. Auf diese Weise kann man dann durch die Tagebucheinträge merken: „Hey, ich fühle mich mittlerweile immer besser in der Beziehung!“

Zusätzlich kannst du auch ansprechen, dass es zwischen euch wieder besser funktioniert.

Annika hat bezüglich der Wochenenden folgendes zu Matthias gesagt: „Hey, voll arg, dass das mit der Mini-Planung fürs Wochenende so gut funktioniert hat. Die Lösung, die wir da gefunden haben, hat mir wirklich geholfen!“

Wann es besser ist, die toxische Beziehung zu beenden

Wenn es so ist, dass der Partner nicht auf die kleinen Vorschläge eingeht und die eigenen Bedürfnisse weiterhin ignoriert und nicht versteht, dann kann es besser sein, die Beziehung zu beenden.

Denn dann ist es eigentlich nicht mehr eine Beziehung, weil sich einer ja nur nach dem anderen richtet.

Wie du eine toxische Beziehung gut beenden kannst, das erfährst du übrigens in diesem Guide hier:

>>> Toxische Beziehung beenden: So gehst du vor!

Wenn du persönliche Unterstützung benötigst

Wenn du eine kurze Frage zum Guide hast, dann schreib mir gern in die Kommentare unten. Mein Team und ich bemühen uns, so viele Kommentare wie möglich zu beantworten!

Wenn dein Anliegen etwas länger ist oder du umfassendere persönliche Unterstützung benötigst, dann würde es mich freuen, dich im Coaching begrüßen zu dürfen.

>>> Hier kannst du mehr über das Coaching-Angebot bei szenario-zwei erfahren!

Danke fürs Lesen und alles Liebe,

Lena

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.