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Beziehung beenden: So machst du dramafrei Schluss

Julia erzählte:

Ich wollte eine Überraschungsparty für meinen Partner Patrick organisieren und habe seinen besten Freund Frido gefragt, ob er mir beim Planen hilft. Frido hat gemeint: „Ja klar helfe ich dir, aber hat Patrick an diesem Abend nicht andere Pläne mit seiner neuen Freundin?“ Ich bin wie versteinert da gestanden, und Frido hat leise zu mir gesagt: „Oh, ich dachte, dass ihr Schluss gemacht habt, seitdem Patrick die Neue dated.“

Es braucht Mut, eine Beziehung zu beenden!

Ich zeige dir die sofort umsetzbare ESESA-Methode, so dass du nicht wie Patrick sein musst, der sich ans Beziehung beenden nicht ran wagt. Und das, obwohl er kein Interesse mehr an der Beziehung hat.

Deine Beziehung verdient ein friedvolles und dramafreies Ende!

Ich werde dir die 5 Schritte der ESESA-Methode ganz genau erläutern. In etwa 10 Minuten weißt du ganz genau, wie du deine Beziehung elegant beenden kannst.

Los geht´s!

Die 5 Schritte im Überblick, wie du dramafrei deine Beziehung beenden kannst:

Finde die Antwort, wie du deine Beziehung beenden kannst.

 

Die ESESA-Methode besteht aus 5 Schritten, die du abwechselnd für dich allewine und gemeinsam mit deinem:r Partner:in gehst.

Es ist also ein Prozess, welcher schließlich ins Trennungsgespräch mündet. Damit dies nicht zum Desaster wird, starten wir gleich mit Schritt #1 durch:

Schritt #1: ICH – Erkennen

 

Dass du deine Beziehung beenden willst, ist dir nicht plötzlich heute Früh beim Augenaufschlagen eingefallen. Sicher wägst du schon länger deine Optionen ab, fühlst dich unwohl, überlegst hin und her.

Kurz und bündig:

Schluss macht man dann, wenn man der Meinung ist, ohne den/die jetzigen Partner:in glücklicher zu sein!

Der Wunsch danach, die Beziehung zu beenden, schleicht sich manchmal leise heran, wie ein Tiger, der sich seiner Beute nähert:

Erst nach und nach bemerkt man selbst, dass man immer öfter die Beziehung beenden möchte.

Allein das Kopfkino  kann in einer unglücklichen Beziehungslage beruhigend wirken. Manchmal lassen einen Gedankenspiele, dass man die Beziehung beenden würde, noch länger ausharren.

Man denkt sich verschiedene Szenarien durch, fühlt sich dadurch etwas besser, doch setzt noch keine Aktion.

Nach einiger Zeit wird es aber immer klarer. Du meinst es ernst, wenn du behaupten kannst: „Ich denke ernsthaft darüber nach, meine Beziehung zu beenden.“

Bleibe noch auf diesem Impuls sitzen, um ihn zu brüten und pflegen. Je besser du gebrütet hast, desto unkomplizierter wird es, wenn du schließlich deine Beziehung beenden wirst.

So stellst du fest, ob eine Trennung sinnvoll sein kann

Beobachte bewusst deinen Alltag und beantworte folgende Fragen ehrlich für dich:

  • Was macht mich gerade unglücklich in meiner Beziehung?
  • Warum glaube ich, dass es ohne meine:n Partner:in einfacher oder besser wäre?
  • Was kann ich durch meine jetzige Beziehung nicht ausleben oder erleben?
  • Was wäre ohne meine:n jetzige:n Partner:in anders?
  • Was wird mir möglich, wenn ich die Beziehung beenden würde?

Noch konkretere Beispiele findest du in unserem Artikel Soll ich Schluss machen?.

 

Schritt #2: WIR – Signalisieren

Die Signalisierungs-Phase ist die Vorstufe zum Trennungsgespräch. Sie ist besonders wichtig, weil dadurch dein:e Partner:in mitbekommt,

  • dass es nicht ewig so weiter gehen wird,
  • dass du unglücklich bist und
  • Bedarf zur Veränderung hast.

Lass den Beziehungsalltag also nicht ganz normal weiterlaufen und spiele nicht „heile Welt“. Wenn Dinge passieren, die du nicht magst, dann sprich es sofort aus.

DO

  • Sprich nur Dinge in der Situation an
  • Gleich sagen!
  • Freundlich

So gelingt es:

  • „Martin, nimm die Füße endlich vom Couchtisch. Ich mag es nicht, wenn du das tust, da würd ich dich am liebsten rausschmeißen.“
  • „Sandra, du hast jetzt schon wieder unser gemeinsames Essen abgesagt. Das passt mir gar nicht. Ich ärgere mich und frag mich, ob ich dir überhaupt wichtig bin!“
  • „Alex, ich habe keine Lust, mich ständig wiederholen zu müssen. Wenn ich NEIN sage, dann meine ich auch nein. Akzeptiere meine Grenzen!“

 

DON´T

  • „Ich beende die Beziehung, wenn du das nicht änderst!“ Verletzt: Mit Beziehung beenden drohen
  • „Immer vergisst du unser gemeinsames Essen! Nie denkst du an mich!“ Verletzt: In der Situation
  • „Eigentlich hab ich die ganze Zeit gehofft, dass du endlich fragst!“ Verletzt: Gleich sagen!

Diese direkte Ehrlichkeit fällt vielen Menschen extrem schwer. Oft ist es einfacher, einfach lieb und nett zu sein und das, was dich stört, runterzuschlucken. Doch im Endeffekt, was bringt’s?

Nur aufgestauten Ärger, der einen irgendwann explodieren lässt. Hör auf, ein Ärger-Sammler zu sein und sag sofort in der Situation, was dir nicht passt.

Eigentlich ist direkte Ehrlichkeit total fair:

Du behandelst dein Gegenüber ehrlich und gibst ihm die Möglichkeit, auf das zu reagieren, was bei dir abläuft.

Dein:e Partner:in bemerkt dadurch, dass du nicht 100% glücklich bist und wird irgendwie darauf reagieren.

 

Schritt #3: ICH – Entscheiden

Die Erkennungs- und Signalisierungsphase ist wie ein Test, welcher bestimmt, ob ein Zahn gezogen werden soll oder nicht.

Du drückst daran herum um zu spüren, wie wild er wackelt und wie sehr er weh tut.

Nun ist es an der Zeit, zu entscheiden, ob der Zahn raus kommt, oder eben nicht:

Entweder du sagst „Ja“ zum:r Partner:in, in dem Wissen, dass du ihn/sie niemals ändern kannst.

Oder, du sagst „Ja“ zum Schluss machen und ziehst die Sache durch.

Natürlich ist nicht immer alles verloren und man sollte nicht leichtfertig eine Beziehung beenden.

Willst du einen Versuch unternehmen, deine Beziehung zu retten? Die ELMAR-Methode gibt dir Impulse und einen konkreten Leitfaden dazu!

Die Entscheidung, die Beziehung zu beenden, kann dir niemand abnehmen und du musst sie für dich treffen.

Im Blogartikel „Soll ich Schluss machen?“ findest du umfassende Info zu verschiedenen Trennungsgründen, sowie Testfragen zur Eigenreflexion.

Die Beziehungswaage und ob man die Beiziehung beenden soll

Wann soll ich Schluss machen?

Jede Beziehung hat Hochs und Tiefs. Auch komplizierte Phasen, Streitigkeiten und Beziehungskrisen kommen vor. Das ist normal.

Doch wie geht ihr damit um? Deine Beziehung soll dein Leben bereichern und dir keinen permanenten Anlass zum Jammern geben.

Stell dir vor, du würdest auf eine Schale der Waage gute Momente deiner Beziehung legen und auf die andere Schale alles, was dich belastet.

  • Wie schlägt die Waage aus?
  • Wie lautet deine Beziehungsbilanz?
  • Geht ihr daraus gestärkt hervor?
  • Lernst du dazu?
  • Wird die Beziehung besser oder schlechter?

Ganz konkret:Klebe dir zwei Zettel auf die Wand. Auf einem stehen die positiven Dinge und auf dem anderen die negativen.

Ergänze sie eine ganze Woche lang, und am Ende wirst du eine gründliche Reflexionsliste voller Punkte haben, ob du die Beziehung beenden sollst, oder nicht!

 

Die größten FEHLER beim Beziehung beenden

  1. Per WhatsApp. „Hey Baby, hab’s mir überlegt, ich will die Beziehung beenden.“
  2. Sag es deinen Freunden zuerst. „Psst, nicht weitersagen, aber übermorgen mach ich Schluss mit ihm!“
  3. Einfach auslaufen lassen. „Hmm, treffen? Grad stressig, vielleicht nächste Woche mal.“
  4. Zum Geburtstag Schluss machen. „Happy Birthday und ein schönes neues Lebensjahr – ohne mich!“
  5. Eine skurrile Geschichte erfinden. „Im Traum hat Gott mir gesagt, ich soll mich mehr auf meine Malereien konzentrieren anstatt auf dich…“
  6. In der U-Bahn. „Muss beim nächsten Stopp raus – übrigens, das war´s dann, von nun an fahren wir immer getrennt.“
  7. Ihm sagen, er sei schuld. „Du hättest ja aufmerksamer sein können!“
  8. Mach´s mit einer Trennungsagentur. „Sehr geehrte Frau Freundin, von nun an sind Sie Ex-Freundin!“
  9. Lass uns Freunde bleiben. „Ich liebe dich nicht mehr, aber für normale Freunde reicht es gerade noch!“
  10. Fühl dich schuldig. „Ohje, du Arme! Jetzt verlasse ich dich, ich bin so ein böser Mensch, jedes mal tu ich Menschen weh… ich bin einfach nur schlecht!“
  11. Kleine Notlügen. „Meine Katze ist so eifersüchtig auf dich.“
  12. Entscheid dich dann nochmal um. „Hey, war doch nicht so gemeint. Alles wieder gut, ja? Liebe für immer!“

 

 

Schritt #4: WIR – Beziehung beenden

Der richte Ort und die richtige Zeit, um die Beziehung zu beenden

Stell dir vor, du gehst mit deinem:r Partner:in ins Kino und beim Drink danach macht er/sie mit dir Schluss. Blöd, oder? Die Taktik „Jetzt bin ich nett, damit ich ihm/ihr das dann reindrücken kann“ ist nicht sehr respektvoll.

Die Beziehung zu beenden heißt, ein klares, ehrliches Gespräch zu führen, in dem du mitteilst, dass du dich trennen möchtest.

Diese Kriterien soll der Ort zum Beziehung beenden erfüllen:

  • Wohlig und vertraut sein
  • Ihr sollt dort unbeobachtet bleiben können und Gefühle ausdrücken können.
  • Getrennt verlassbar (also nicht 2 Stunden gemeinsame Autofahrt!)

Vielleicht also einfach im Wohnzimmer  oder auf einer schönen Bank im Garten? Schluss machen geschieht nicht im Handumdrehen.

Wenn du ein Trennungsgespräch planst, dann richte es so, dass ihr keinen Zeitdruck habt.

Du hast nun also genug Zeit und sitzt mit deinem:r Partner:in am richtigen Ort. Wenn ihr hier wieder weg gehen werdet, wird alles anders sein. Ihr werdet Ex-Partner sein.

Das Trennungsgespräch ankündigen

„Schatz, wir müssen reden!“

Bei diesem Satz läuft es ja wohl jedem eiskalt über den Rücken. Lass es darum bleiben!

Stelle stattdessen sicher:

  • Erkennungsphase abgeschlossen? (Du überlegst, ob du die Beziehung beenden möchtest.)
  • Signalisierungsphase abgeschlossen? (Du sprichst in konkreten Situationen an, was dich jetzt gerade stört.)
  • Entscheidungsphase abgeschlossen? (Du hast dich entschieden, die Beziehung zu beenden.)

Aufgrund der Signalisierungsphase weiß dein:e Partner:in, dass es dir in der Beziehung gerade nicht gut geht.

Du darfst deinem:r Partner:in offen und ehrlich sagen: „Mir geht es nicht gut, ich möchte [am gewählten Trennungsort und zu deiner überlegten Zeit] darüber mit dir reden!“

Wenn dein:e Partner:in unwirsch zurück redet, es jetzt gleich tun möchte oder Genaueres erfahren möchte:

Bleibe bei dem, was du dir überlegt hast! Gehe nicht darauf ein, wenn es dir nicht passt.

 

Das Trennungsgespräch führen

Sag, was los ist. Komm schnell zum Punkt

Sei mutig! Klare Ehrlichkeit ist angesagt. Es bringt nichts, um den heißen Brei herum zu reden. Und schon gar nichts, Floskeln oder Ausreden zu benutzen.

Erinnere dich an die Signalisierungs-Phase.

  • Was hat dich gestört?
  • Und wie hat dein:e Partner:in darauf reagiert?

Sage deinem:r Partner:in, dass du damit nicht leben willst und es mit deiner Welt nicht vereinbar ist.

Frei nach dem Prinzip:

Jeder kann tun, wie er will, aber niemand darf verlangen, dass es der andere aushält.

Alle Trennungen ganz, ganz klein auf einen gemeinsamen Nenner herunter gebrochen, lauten:

„Ich bin davon überzeugt, dass unsere Lebenswege nicht gemeinsam ins Glück führen, sondern getrennt. Ich möchte meinen Weg nun ohne dich weitergehen.“

Nun liegt die hohe Kunst der Trennung darin, diese generelle Überzeugung auf deine Situation so anzupassen und so zu formulieren, dass auch dein:e Partner:in es verstehen kann.

 

 

Das sind einige Beispiele:

  • Mir geht es in der Beziehung nicht gut.
  • Ich fühle mich nicht ganz erfüllt.
  • Ich brauche etwas Anderes.
  • Ich möchte, dass wir die Beziehung beenden.
  • Es war schön, ich habe viel gelernt und dich sehr geliebt. Doch so will und kann ich nicht weiter machen.
  • Trennen wir uns, so dass wir beide getrennt unser Glück finden.

REDEN: SO NICHT

  • „Es liegt nicht an dir, es liegt an mir.“ Hollywoodschnulze? Falsch. Leider verwenden viele Menschen tatsächlich diese unnütze Aussage. Mal ehrlich, was hat der/die Partner:in davon? Der Mensch, mit dem du eine Beziehung hattest, verdient bessere Aussagen als floskelhafte Formulierungen.
  • „Ich bin nicht gut genug für dich.“ Dieser Satz versucht, einen Konflikt zu vermeiden und einen billigen Ausweg zu finden. Man nimmt lieber die ganze Schuld auf sich, bevor man der Wahrheit ins Auge blickt: Es liegt an dem, was zwischen euch passiert und was ihr draus gemacht habt.
  • „Lass uns Freunde bleiben.“ Diese Aussage ist wie ein Pflaster auf einem offenen Bruch: Ein netter Versuch, doch völlig fehl am Platz.  Lass diese billige Ausrede lieber sein, und sieh, was sich von selbst entwickelt. Vielleicht schafft ihr es gut, nach einiger Zeit wirklich wieder Freunde zu sein. Doch zuerst muss mal die derzeitige Beziehung beendet werden.
  • „Ich bin gerade nicht bereit für eine Beziehung.“ Dieser Satz ist eine klassische Taktik um schuldlos flüchten zu können. Ob man bereit für eine Beziehung ist oder nicht, sollte man sich im Vorhinein überlegen. Anstatt diese Floskel zu verwenden, sprich lieber über das, was dein Gegenüber in dir auslöst.

 

 

Gib niemandem die Schuld!

Auch wenn es verlockend einfach erscheint, lass besser die Finger davon: Anschuldigungen!

So geht’s nicht:

  • „Du bist so schrecklich launisch. Du sagst mir immer erst im Nachhinein, was du von mir gewollt hättest! Du bist einfach anstrengend!“
  • „Immer lässt du die Arbeit zuvorkommen, die ist dir sicher viel wichtiger als ich! Du hast mich gar nie wirklich geliebt, glaub ich, du hast einfach gerne eine Schmuck-Frau!“

Warum?

Die Schuldsuche wird das Gespräch dahin leiten, dass ihr euch in kleinen und unwichtigen Details verzettelt und wieder in alte Streitmuster geratet.

Achtung:

Im Trennungsgespräch geht es nicht darum, wer Recht hatte oder anstrengender ist. Hier geht es darum zu sagen, dass du so nicht mehr willst und nicht mehr kannst.

Auch wenn es dir schwer fällt, erkenne dein Gegenüber als vollwertigen Menschen an, den du nicht ändern kannst.

So kann es gelingen:

  • „Wenn wir miteinander reden, sind wir sehr verschieden. Oft weiß ich erst im Nachhinein, was du von mir wolltest. Ich habe keine Lust mehr, ständig zu raten.“
  • „Ich bin so oft alleine zu Hause, während du in der Arbeit bist. Ich glaube, deine Arbeit ist dir sehr wichtig. Ich will einen Mann haben, der für mich so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie du für deine Arbeit. Und ich weiß, dass du nicht so bist und ich kann dich nicht verändern. Ich will Schluss machen.“
Jeder darf so sein, wie er will, aber von niemandem verlangen, ihn auszuhalten.

Du leitest das Gespräch

Dein:e Partner:in wird mit Sicherheit in irgendeiner Form auf deine Worte reagieren.

Du hast das Gespräch vielleicht schon einige Male in deinem Kopf durchgespielt und dich darauf vorbereitet. Du hast dir Gründe überlegt, du weißt genau, wovon du sprichst und wie es dir geht.

Dein:e Partner:in nicht! Für deine:n Partner:in ist das alles ziemlich neu und er/sie hat somit eine viel höhere Stresssituation als du.

Deswegen liegt es an dir, das Gespräch zu leiten und aufzufangen, was auch immer kommt.

Vielleicht reagiert dein Gegenüber mit einem Wutausbruch, einem Tränenhaufen oder beginnt herumzustreiten. Vielleicht steht er/sie auch einfach auf und geht.

Was auch immer passiert: Bleib da, halte es aus, und vermittle, dass du jetzt hier bist um darüber zu reden, Fragen zu beantworten, und ein gemeinsames Ende zu finden.

Auch wenn du am liebsten zurück reden oder mitstreiten würdest – lass es bleiben.

 

Stehe zu deiner Entscheidung

Meine Freundin Tanja hatte sich wochenlang mit dem Trennungsgedanken auseinander gesetzt und sich dann entschlossen, dass sie die Beziehung beenden möchte.

Als sie es ihrem Freund mitteilte, brach dieser sofort in bittere Tränen aus. Den Mann, den sie einst so liebte, wirklich weinen zu sehen, machte sie total unsicher.

Sie bekam Zweifel, ob sie wirklich die Beziehung beenden sollte. So sagte Tanja in ihrer fürsorglichen Art: „Ach komm, lass es uns doch noch mal versuchen…“

Im Endeffekt hat sich Tanja dann drei Wochen später erst recht getrennt, und ihrem Freund somit durch ihren Rückzieher den Herzschmerz und die Trennungszeit vergrößert.

Auch wenn falsche Hoffnungen erleichternd wirken, sie sind falsch und vergrößern auf lange Sicht das Leid.

Denn wer möchte schon, dass der/die Partner:in aus Mitleid bei einem bleibt?

Du darfst jedem Menschen sein Schicksal zumuten!

(Mehr dazu siehe weiter unten.)

Sprich über deine Gefühle

Gefühle sind etwas für Weicheier? Im Gegenteil:

Seine Gefühle zu erkennen und zu kommunizieren ist sogar für geübte Menschen eine der größten Herausforderungen.

Man steht quasi nackt vor dem anderen, der dies schamlos ausnützen und sich über einen lustig machen könnte.

Warum sollte man dann überhaupt über seine Gefühle sprechen? Ausgesprochene, ehrliche Gefühle vertiefen ein Gespräch und machen es authentisch, ehrlich und sehr persönlich.

Wenn offen über Gefühle gesprochen wird, verändern sie sich. Fast so, als ob sie wie unsichtbare Geister im Raum schweben würden, die ihren Platz verlangen.

Wurden schwer verdauliche Gefühle benannt und geteilt, fühlen sie sich leichter und friedlicher an.

 

Die häufigsten emotionalen Reaktionen und wie du damit umgehst

Entspann dich! Die meisten Trennungen laufen in Einvernehmen, das Klima ist zwar getrübt und schwerfällig.

Doch falls heftige Stürme aufziehen, erfährst du hier, wie du deine:n Partner:in unterstützen kannst, wenn er/sie heftig emotional reagiert.

Hilfe, mein:e Partner:in weint!

Sag nicht: „Wein doch nicht. Alles wird wieder gut werden.“ Das wirkt in so einer Situation wie eine Verarschung.

Das Wichtigste was du tun kannst, ist DA BLEIBEN – und atmen. Atmen? Ja.

Die meisten Menschen schrecken sich vor heftigen Emotionen und atmen dann nur noch stoßweise.

Intuitiv spürt man immer den Atem des anderen, und wenn du tief weiteratmest, deinem Gegenüber ein Taschentuch reichst und präsent da bleibst, wird auch der Atem des/der Partner:in sich bald wieder beruhigen.

Ein hefiger Gefühlsausbruch dauert an seinem Höhepunkt nicht länger als fünf Minuten.

Wenn du die Emotionen bei dir und beim/der Partner:in zulässt, da bleibst und ruhig atmest, zeigst du somit Verständnis, Einfühlungsvermögen und Respekt.

Was tun bei einem Wutausbruch?

Wenn dir Gewalt droht: Nichts wie weg! Such dir Unterstützung! Bei verbalen Wutausbrüchen sind Erklärungsversuche total sinnlos. Egal was du sagst, es wird dir im Mund verdreht.

Wenn dein:e Partner:in nicht dazu bereit ist, in Ruhe über das Beenden der Beziehung zu reden, dann war es das. Er/sie weiß nun was du willst, und mehr geht gerade nicht. Verlasse die Szene.

Wenn du noch Dinge klären oder abholen musst, mach das lieber zu einem späteren Zeitpunkt.

Mir wird Änderung Versprochen!

  • „Oh, ich habe nicht gewusst, dass dir das so wichtig ist, ab jetzt werde ich…!“
  • „Nie wieder werde ich…!“
  • „Ich bin ab jetzt ein neuer Mensch!“

Reagiert dein:e Partner:in mit Versprechungen auf dein Trennungs-Statement, dann stelle sicher, dass du Schritt #2, das Signalisieren, auch wirklich erledigt hast:

Hast du klar in der jeweiligen Situation gesagt, dass du so nicht willst? Ja? Hat dein:e Partner:in sich total geändert? Nein? Dann nimm Gift drauf: Es wird auch jetzt nicht geschehen.

Menschen können sich ändern, das ist klar. Jedoch soll sich niemand für jemand anderen verbiegen, schon gar nicht unter der drohenden Gefahr, dass man sonst verlassen wird.

Zukunftskontakt

Die Welt ist ein Dorf – ihr werdet euch wohl wieder begegnen. Auf Facebook, zufällig im Coffeeshop oder im gleichen Freundeskreis.

Besprecht im Trennungsgespräch wie dieser Kontakt aussehen soll. Im Idealfall mögt ihr euch als Menschen noch Leiden können, doch seid nicht mehr romantische Partner.

Zukunftskontakt kann über eine große Bandbreite reichen:

Von einem kurzen Zunicken, bis zu einem Lächeln, oder auch einem „Hast du kurz Zeit, was gibt es Neues?“ ist alles möglich. Was passt für euch?

 

Schritt #5: ICH – Annehmen

Zeit, mal kräftig durchzuatmen! Gratuliere, du hast getan, was du für dich am besten erachtest.

Nun gehst du deinen Lebensweg erst mal bewusst alleine weiter, bis du dich für eine neue Beziehung entscheidest.

Folgendes kann nach dem Beziehung beenden auftauchen und wichtig sein:

Schuldgefühle, nachdem du die Beziehung beendet hast

Viele Menschen fühlen sich schuldig dafür, Schluss gemacht zu haben. Man hat ein ganz schlechtes Gewissen.

Auch wenn es noch so reibungslos klappt: Beendete Beziehungen lösen traurige Gefühle aus.

So kannst du gut mit Schuldgefühlen umgehen:

Mute deinem:r Partner:in sein/ihr Leben zu. Jeder Mensch durchlebt Verluste und Trennungen und entwickelt im Laufe seines Lebens Strategien um damit umgehen zu können.

Sonst hätte auch dein: Partner:in es nicht bis hierher geschafft. Du darfst deinem:r Partner:in zumuten, über dich hinweg zu kommen.

Noch dazu:

Wenn du darauf vertraust, dass er/sie die Trennung gut verarbeiten kann, dann gibst du ihm wertvolle Ressourcen mit. Du behandelst ihn/sie auf Augenhöhe und nicht wie ein armes, wehrloses Opfer.

So behandelst du jemanden auf Augenhöhe:

  • DON´T:„Es bricht mir das Herz, dass ich dich jetzt so weinen sehen muss, du tust mir so Leid! Du wirst es schon irgendwie schaffen, nimm es mal locker für die nächsten Tage und ruh dich aus!“
  • DO: „Es tut mir leid, dass ich dazu beitrage, dass du dich jetzt so fühlst. Bitte, spür in dich hinein, was du jetzt brauchst und was jetzt dran ist zu tun. Pass gut auf dich auf und sorge dafür, dass es dir gut geht.“

Die zweite Aussage ermächtigt deinen:e jetzigen Ex-Partner:in dazu, an der Situation zu wachsen, anstatt als armes Opfer liegen zu bleiben.

FAKT: Du hast JEDERZEIT das Recht, Schluss zu machen.

Du darfst deinen:e Partner:in verlassen bzw. die Beziehung beenden und dich danach besser fühlen.

Soll ich dem/der Ex schreiben?

Unmittelbar nach der Trennung ist es für beide oft ungewohnt, alleine zu sein und man beginnt einander zu schreiben. Bevor du das tust, überlege:

  • Geht es dabei nicht um sein/ihr, sondern vordergründig um mein Wohlbefinden?
  • Schaffe ich falsche Hoffnungen?
  • Tue ich es aus Gewohnheit, weil es gerade praktisch ist und ich sonst nichts zu tun habe?

Wenn du zwei dieser Fragen mit JA beantwortest: Lass es sein! Schreibe nicht.

Schreibe lieber andere Freude an, oder nimm eine lange Dusche.

Andersherum:

Wenn du ständig angeschrieben wirst, er/sie nochmal reden will oder traurige Smileys schickt, überlege:

  • Ist es noch in meiner Rolle und Aufgabe, für sein/ihr Wohlbefinden zu sorgen?
  • Würde ich ihn/sie retten und falsche Hoffnungen machen, wenn ich darauf eingehe?
  • Bin ich auf dieser Welt der aller einzige Mensch, der ihm/ihr helfen kann?

Wenn du mehr als zwei Fragen mit JA beantwortest, dann: LASS ES SEIN!

Antworte in klaren, kurzen Botschaften und verweise deinen:e traurigen Ex-Partner:in an Freunde.

 

So lernst du aus der Trennung

Die Ruhe nach dem Sturm. Nun ist es aus, vorbei! Es kann sein, dass du nun total erleichtert und entspannt bist oder dich plötzlich leer und leicht traurig fühlst.

Wie auch immer, mit diesen Fragen kannst du gut damit umgehen, reflektieren und daraus lernen:

  • Vergangenheit: Was ist gut gelaufen? Was habe ich gelernt?
  • Zukunft: Was nehme ich mir daraus mit? Woran werde ich arbeiten?
  • Jetzt: Was brauche ich jetzt? Was ist jetzt dran?

So, genug Inputs von mir, jetzt bist du dran! Wie ist deine Trennung gelaufen?

Oder vielleicht hast du noch eine Frage, bevor du es tust.

Schreib einfach unten ein Kommentar!

Bis gleich.

Lena

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