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Ängstlicher Bindungstyp: Der ultimative Leitfaden (Merkmale, Verhalten in Beziehung und Trennung)

von Theresa,  letztes Update: 22. Mrz 2024

Ein ängstlich-ambivalenter Bindungstyp zeigt sich in großer Angst vor Verlassenwerden und Zurückweisung.

Das macht es oft herausfordernd, mit ängstlichen Personen eine Beziehung zu führen.

In diesem Blogartikel erfährst du ganz genau, wie ein ängstlich-ambivalenter Bindungstyp entsteht, was die typischen Charakteristika sind und wie sich dieser Bindungstyp bei einer Trennung verhält.

Zusätzlich erfährst du, wie eine Beziehung mit einem ängstlich-ambivalenten Partner möglich wird und harmonisch verlaufen kann.

Wir haben viel vor, fangen wir an!

Das Wichtigste in aller Kürze erklärt!

Was sind Bindungstypen? Die Bindungstypen entstehen in der Kindheit. Durch frühe Bindungserfahrungen wird eine „Blaupause“ für Bindung gelernt, was sich auch in den Beziehungen als Erwachsene widerspiegelt. Welchen Bindungstyp man hat, beeinflusst also maßgeblich das Verhalten in romantischen Beziehungen.

>>> Kurze Einführung: Wie entstehen Bindungsmuster?

>>> Bindungsstile im Erwachsenenalter

Merkmale des ängstlich-ambivalenten Bindungstyps: Ängstlich-ambivalente Bindungstypen fürchten Ablehnung und Trennung, zeigen intensive emotionale Reaktionen und benötigen ständige Bestätigung. Sie klammern sich an ihre Partner, haben Schwierigkeiten, Vertrauen aufzubauen, und prüfen die Beziehung auf Unstimmigkeiten, um sich sicher zu fühlen. Zusätzlich reagieren überempfindlich auf potenzielle „Bedrohungen“ der Beziehung.

>>> Charakteristika des ängstlich-ambivalenten Bindungsstils

>>> Checkliste: Alle Merkmale des ängstlichen Bindungstyps auf einen Blick

Der ängstlich-ambivalente Bindungsstil bei der Trennung: Ängstlich-ambivalente Personen meiden grundsätzlich Trennungen aus Angst vor dem Alleinsein und werden eher verlassen. Sie erleben nach Trennungen intensiven Schmerz und streben nach Wiederherstellung der Beziehung, was jedoch auch zu problematischen On-Off-Dynamiken führen kann.

>>> Der ängstlich-ambivalente Bindungsstil bei der Trennung 

Wie eine Beziehung mit einem ängstlich-ambivalenten Bindungsstil gelingt: Das Um und Auf ist eine Nachvollziehbarkeit der Handlungen, das gibt Sicherheit und baut Vertrauen auf. Zusätzlich sind eine offene und ehrliche Gesprächskultur wichtig, sowie auch das Vermeiden von typischen „Triggern“.

>>> Wie eine Beziehung gelingt, wenn der Partner ängstlich-ambivalent ist

>>> Wie du glücklich in einer Beziehung wirst, wenn du einen ängstlich-ambivalenten Bindungsstil hast

Kurze Einführung: Was sind Bindungsmuster?

In diesem Blogartikel erfährst du den wissenschaftlichen Hintergrund zu Bindung, Bindungsmustern und erwachsenen Bindungsstilen – speziell dem ängstlich-ambivalenten, oder kurz einfach ängstlichem Bindungsstil.

Erfüllende Bindungen sind essenziell für unser Wohlbefinden und auch unseren Selbstwert.

Unser Bindungsmuster beeinflusst wiederum, inwiefern es für uns möglich, bzw. wie leicht oder schwer es für uns ist, erfüllende Bindungen zu schaffen bzw. aufrechtzuerhalten.

Daher ist die Auseinandersetzung mit unserem eigenen Bindungsmuster, aber auch mit dem Bindungsmuster unseres (Ex-)Partners Ex wichtig, um die Beziehungsdynamik zu verstehen und gute nächste Schritte setzen zu können.

Was ist überhaupt Bindung?

„Bindung ist ein imaginäres Band zwischen zwei Personen, welches in den Gefühlen verankert ist und das sie über Raum und Zeit hinweg miteinander verbindet.“ Das schreibt John Bowlby in seinem Buch „Bindungstheorie“, erschienen bereits im Jahr 1956.

Die Bindung ist also eine emotionale Verbindung zwischen zwei Menschen und entsteht in erster Linie zwischen Kindern und ihren Hauptbezugspersonen wie Eltern oder Betreuern.

Die Bindung entwickelt sich durch wiederholte Interaktionen und über die Zeit.

Eine sichere Bindung ist wichtig für das emotionale Wohlbefinden, die eigene soziale Kompetenz und die psychische Gesundheit.

Wie du also siehst, spielen sichere Bindungen eine entscheidende Rolle in unserem Leben.

Doch was bedeutet denn überhaupt eine „sichere“ Bindung und was passiert, wenn man „nicht sicher gebunden“ ist?

All das führt uns auf den Begriff der Bindungsmuster und wie diese im kindlichen Alter entstehen.

Die Entwicklung der verschiedenen Bindungsmuster

Je nachdem wie die Qualität der Bindung eines Kindes zur Bezugsperson in den frühen Lebensjahren ist, nimmt ein Kind ein spezielles Bindungsmuster an.

Bindungsmuster sind wiederum spezifische Verhaltensweisen und Reaktionen, die das Kind dann im Kontakt zu anderen Personen zeigt.

So ein Bindungsmuster trägt sich dann bis ins Erwachsenenalter, wird da dann jedoch in der Fachsprache als „Bindungsstil“, umgangssprachlich oft auch als „Bindungstyp“ bezeichnet. Dazu jedoch später noch mehr.

Wir können zwischen dem sicheren Bindungsmuster und verschiedenen unsicheren Bindungsmustern unterscheiden.

Zu den unsicheren Bindungsmustern zählt das unsicher-vermeidende, das unsicher-ambivalente und das eher seltene, desorganisierte Bindungsmuster.

Eine positive und unterstützende Beziehung der Bezugsperson zum Kind begünstigt dabei die Entstehung eines sicheren Bindungsmusters.

In diesem Fall ist die Bezugsperson zuverlässig für das Kind da und reagiert auf die Bedürfnisse des Kindes.

Reagiert die Bezugsperson jedoch nicht zuverlässig auf die Bedürfnisse des Kindes, ignoriert diese oder vernachlässigt das Kind, so entwickelt sich daraus ein unsicheres Bindungsmuster.

Bindungsstile im Erwachsenenalter

Kinder verinnerlichen ihre Bindungserfahrungen mit Bezugspersonen und entwickeln daraus beziehungsleitende Annahmen.

Das heißt:

Die frühe Bindung eines Kindes zur Bezugsperson wird sozusagen zum (unbewussten) Prototyp für eine zukünftige Beziehung.

Dieser Prototyp, also die verinnerlichten beziehungsleitenden Glaubenssätze, basieren wiederum auf zwei wichtigen Annahmen:

  1. Die innere Annahme über andere Personen (Bild von anderen): ob andere Personen als zuverlässig und unterstützend wahrgenommen werden.
  2. Die innere Annahme über sich selbst (Selbstbild): ob man sich selbst als Person wahrnimmt, auf welche andere mit Unterstützung reagieren.

Dieses Konzept siehst du in der folgenden Abbildung dargestellt. Zusätzlich sind auch die anderen Bindungstypen eingezeichnet.

Beide Annahmen können sowohl positiv als auch negativ ausfallen.

Das heißt also, eine Person kann…

  • über andere Personen eine sehr positive Annahme über andere haben („Ich kann anderen trauen, andere Personen können Unterstützung geben.“)
  • und über sich selbst eine negative Annahme („Ich bin es nicht wert, dass man mich unterstützt.“).

Welche Bindungsstile gibt es nun?

Nun weißt du schon, wie die Bindungsmuster bei Kindern entstehen und welche inneren Annahmen über sich und andere ausbilden.

Daraus ergeben sich dann im Erwachsenenalter die jeweiligen Bindungsstile.

Auch hier können wir erst einmal grob zwischen dem sicheren Bindungsstil und drei unsicheren Bindungsstilen unterscheiden:

Der sichere Bindungsstyp (secure): Dieser Bindungstyp hat einen positiven Selbstwert und empfindet eine Liebesbeziehung als vertrauensvoll, freundschaftlich und von positiven Emotionen erfüllt und glaubt an die Beständigkeit von Liebesbeziehungen.

Dieser Bindungstyp fühlt sich mit einer guten Balance aus Nähe und Distanz wohl, fühlt sich nicht direkt verunsichert durch das Autonomiebedürfnis des Partners, setzt seine eigenen Grenzen aber deutlich, wenn er nicht fair behandelt wird.

Der ängstlich-ambivalente Bindungstyp (anxious, preoccupied): Dieser Bindungstyp beschäftigt sich viel mit seinem Wunsch nach Nähe und Verbindung und versucht diesen, in nahen Beziehungen zu erfüllen.

Dieser Bindungstyp macht sich schnell von anderen abhängig und sucht Unterstützung bei anderen.

Menschen mit diesem Bindungstyp haben auch eine große Angst vor dem Allein sein und halten daher stark an Beziehungen fest.

Zusätzlich gibt es noch den dritten, den vermeidenden Bindungstyp, dieser lässt sich wiederum aufteilen in den ängstlich-vermeidenden und gleichgültig-vermeidenden Bindungstyp.

Beide vermeidende Bindungsstile sind durch ein negatives Bild von anderen und der Neigung zur Distanzierung gekennzeichnet.

Mehr dazu findest du im Blogartikel über den vermeidenden Bindungstyp – klick!

Charakteristika des ängstlich-ambivalenten Bindungsstils

In diesem Abschnitt schauen wir uns ganz genau an, wie Menschen mit einem ängstlich-ambivalenten Bindungsstil ticken, welche Gedanken sie haben und wie sie sich in einer Beziehung typischerweise verhalten.

Allgemeine Gefühle und Gedanken

Der ängstlich-ambivalente Bindungsstil ist dadurch gekennzeichnet, dass ein positives Bild von anderen besteht.

Das heißt, andere Menschen werden als vertrauensvoll angesehen und als Personen wahrgenommen, welche Unterstützung geben können.

Dadurch verlieben sich ängstlich-ambivalente Menschen auch oft schneller als andere Bindungstypen.

Das Bild von sich selbst ist bei ängstlich-ambivalenten Personen jedoch negativ.

Sie empfinden sich selbst als verantwortlich, wenn sie keine Zuneigung erhalten und sehen sich damit als nicht liebenswert an.

Menschen mit einem ängstlich-ambivalenten Bindungstyp haben oft ein starkes Bedürfnis nach einer Beziehung und haben das Gefühl, die Unterstützung von anderen zu brauchen.

Sie können also nicht gut alleine sein.

Obwohl sich ängstlich-ambivalente Bindungstypen stark nach Nähe sehnen, erleben sie Beziehung oft als sehr stressig – ja manchmal quasi und unter permanenter Verlustangst.

Oft fühlen sich Beziehungen für diese Bindungstypen wie eine ständige Achterbahn der Gefühle an.

Dabei schwanken die Emotionen zwischen den Extremen:

  • es geht von übergroßer Verlustangst und Sorge wieder zurück
  • zu starker Verliebtheit und Glücksgefühle.

Ängstlich-Ambivalente haben ein starkes Bedürfnis, eine stetige Anerkennung vom Partner zu erhalten.

Durch ihre ständige Angst vor einer Trennung sind sie auch bei kleinsten Enttäuschungen und Zurückweisungen sehr verletzt und das negative Selbstbild wird verstärkt.

Wie verhalten sich ängstlich-ambivalente Personen in einer Beziehung?

Der ängstlich-ambivalente Bindungstyp ist in Beziehungen oft sehr herausfordernd.

Da der Partner als „Heilmittel“ für die eigenen emotionalen Bedürfnisse gesehen wird, löst der Gedanke ohne den Partner zu sein, panische Angst aus.

Durch diese panische Angst werden selbst harmlose Situation, wie z.B. wenn der Partner den Abend mit Freunden verbringen will, oft als große Bedrohung wahrgenommen.

Daraus resultiert dann ein sehr anklammerndes und unsicheres Verhalten.

Im Partner wird für den ängstlich-ambivalenten Bindungstypen die Bestätigung darin gesehen, dass man liebenswert und genug ist.

Da die Beziehung somit als höchstes Gut gesehen wird, besteht bei ängstlichen Personen die ständige Sorge, dass die Beziehung enden könnte.

Dadurch sind diese Personen oft auch sehr wachsam für die kleinsten Veränderungen in der Beziehung und werden schnell eifersüchtig oder auch misstrauisch.

Dadurch beginnt dann schnell eine Abwärtsspirale:

Der ängstlich-ambivalente Partner löst durch klammerndes Verhalten ein Distanzbedürfnis im anderen aus.

Und dieses Bedürfnis verstärkt im ängstlich-ambivalenten Partner weiter die Angst – ein Teufelskreis!

Da sich dieser Bindungstyp sehr schwer damit tut, alleine zu sein bzw. das oft gar nicht aushält, tut er alles, um in der Beziehung zu bleiben und das Beziehungsende zu verhindern.

Checkliste: Daran erkennst du ängstlich-ambivalenten Bindungstyp

Übermäßige Sorge um Ablehnung und Trennung: Ängstlich-ambivalente Bindungstypen neigen dazu, übermäßig besorgt über die Verfügbarkeit und Reaktionen ihres Partners zu sein.

Sie haben ständig Angst, abgelehnt oder verlassen zu werden und suchen ständig nach der Bestätigung ihrer Bindung.

Intensive Emotionen und Reaktionen: Ängstlich-ambivalente Personen zeigen oft starke emotionale Reaktionen, wie z.B. Angst, Eifersucht oder auch Wut schon bei kleinsten Zurückweisungen.

Sie neigen dazu, ihre Emotionen sehr intensiv zu erleben und haben Schwierigkeiten, diese zu regulieren.

Bedürfnis nach ständiger Bestätigung: Ängstlich-ambivalente Bindungstypen benötigen in ihrer Beziehung eine ständige Bestätigung und Aufmerksamkeit, um sich sicher und geliebt zu fühlen.

Sie neigen dazu, ihre Bedürfnisse übermäßig ins Außen zu verschieben und sind stark von der Zustimmung anderer abhängig.

Angst vor Verlassenwerden: Ängstlich-ambivalente Personen haben eine tiefe Angst vor dem Verlassenwerden.

Deswegen klammern sie sich oft regelrecht in ihrer Beziehung fest oder machen sich komplett abhängig vom Partner.

Schwierigkeiten mit Vertrauen und Sicherheit: Personen mit einem ängstlich-ambivalenten Bindungsstil haben Schwierigkeiten, Vertrauen in ihren Partner aufzubauen und sich in der Beziehung sicher zu fühlen.

Als Folge prüfen sie die Beziehung (und den Partner!) auf Unstimmigkeiten.

Der ängstlich-ambivalente Bindungsstil bei der Trennung

Ängstlich-ambivalente Bindungstypen gehen selten selbst den Schritt der Trennung.

Denn alleine sein ist die größte Angst, daher wird das mit allen Mitteln vermieden.

In der Regel werden diese Bindungstypen also eher verlassen, was jedoch die Annahme, unzulänglich zu sein, verstärkt.

Denn wie du ja schon gelernt hast, nagt im Inneren von ängstlich-ambivalenten Personen ein geringer oder angeknackster Selbstwert.

Wachsam gegenüber Bedrohungen für die Beziehung

Ängstlich-ambivalente Bindungstypen sind generell sehr wachsam für „Bedrohungen“ der Beziehung.

Noch bevor es also zur Trennung kommt, reagieren ängstlich-ambivalente Bindungstypen sehr empfindlich auf eine eventuelle Trennung.

Gerade das kann dann dazu führen, dass sie überreagieren, zu klammern beginnen und damit für einen Konflikt sorgen, welcher letztendlich die Trennung begünstigt.

Intensive (Trennungs-)Emotionen

Menschen mit einem ängstlich-ambivalenten Bindungstyp fühlen nach der Trennung einen intensiven Schmerz, Kummer und ein starkes Vermissen des Ex-Partners.

Und klar: Solche Gefühle sind zum Teil normal und angemessen für die Trennung.

Beim ängstlich-ambivalenten Bindungsstil gehen solche Gefühle aber über ein gewisses Maß deutlich hinaus.

Man hat oft das Gefühl, sterben zu müssen oder die Trennung nicht zu ertragen.

Hier schlägt alles an, was als Kind gefühlt wurde.

Und damals war die Bindung zu den Eltern tatsächlich lebenswichtig, weswegen zu dem damaligen Zeitpunkt eine Todesangst auch angemessen war.

Diese Gefühle kommen wieder hoch, sind jedoch nicht mehr angemessen.

Diese Extremreaktion kann auch zu Depressionen, Angststörungen sowie somatischen Erscheinungen, also beispielsweise Schlafstörungen, Appetitlosigkeit etc. führen.

Verlangen nach Ex zurück

Ängstlich-ambivalente Personen haben häufig das Gefühl, dass das Ende der Beziehung nicht gerechtfertigt war und dass sie und der Ex zusammengehören.

Aus diesem Grund wollen sie mit allen Mitteln den Ex zurück und die vergangene Beziehung wiederherstellen.

Achtung:

Das kann schnell zu On-Off-Dynamiken führen, wenn vor dem Prozess des Zurückgewinnens die alten Muster nicht aufgearbeitet werden.

Bei ängstlich-ambivalenten Bindungstypen ist auch die Gefahr groß, dass sie sich für den Ex verbiegen, nur damit die Beziehung weitergehen kann.

Deswegen ist es immer wichtig, auf die eigenen Werte zu achten und Veränderungen nur dann zu machen, wenn sie mit den eigenen Werten vereinbar sind!

Denn nur, wenn man sich nicht für die Beziehung verbiegen muss, kann sich ein Gefühl der Sicherheit und damit eine langfristig, glückliche Beziehung einstellen.

Gedankenchaos, Grübeleien und Eifersucht

Personen mit dem ängstlich-vermeidenden Bindungstypen neigen dazu, in Gedankenspiralen festzuhängen, warum die Trennung überhaupt stattgefunden hat.

Ängstliche-ambivalente Bindungstypen überanalysieren die Beziehung, das eigene Verhalten und das Verhalten vom Ex häufig, um Antworten zu finden, warum es zur Trennung kam.

Das kommt auch bei anderen Bindungsstilen vor, ängstlich-ambivalente Personen kommen jedoch häufig nicht über diese Phase hinaus und bleiben gedanklich quasi „stecken“.

Das führt dann wiederum dazu, dass man zum Creepy-Ex wird und mit starker Eifersucht reagiert, wenn der Ex distanziert reagiert oder eine neue Beziehung hat.

Wie eine Beziehung gelingt, wenn der Partner ängstlich-ambivalent ist

Die gute Nachricht ist: Bindungstypen sind nicht statisch, sondern können sich auch verändern!

Durch die richtigen Erfahrungen kann man sich selbst auch einem sicheren Bindungstyp annähern.

Mit den richtigen Schritten kann eine Beziehung auch mit anfänglich ängstlich-ambivalenten Bindungsstil gelingen.

In diesem Abschnitt beginnen wir mit meinen besten Tipps, wenn dein Partner einen ängstlich-ambivalenten Bindungstyp hat.

Wenn dies bei dir selbst der Fall ist, dann findest du im nächsten Abschnitt wertvolle Tipps, wie eine Beziehung gelingen kann.

Setze selber auch klare Grenzen

Durch das oft klammernde Verhalten des ängstlich-ambivalenten Bindungstyps kann es sein, dass du deinen Bedürfnissen abseits der Beziehung nicht ganz nachkommen kannst.

Um eine langfristige, glückliche Beziehung zu erhalten, musst du jedoch gut auf dich achten und brauchst neben der Beziehung auch weiterhin deine eigenen Bereiche.

Setze also Grenzen, wenn es dir zu viel wird und zeige deinem Partner in einem vertrauensvollen und ehrlichen Gespräch, was für dich in Ordnung ist und was nicht.

Achte auf konsistentes Verhalten

Der ängstlich-ambivalente Bindungsstil hat sich, wie du bereits erfahren hast, in der Kindheit durch inkonsistentes und nicht nachvollziehbares Verhalten der Bezugspersonen herausgebildet.

Dadurch war es als Kind schwer zu verstehen, wie das Verhalten der Eltern (bzw. der Bezugspersonen) einzuordnen sind.

Das führt zum Glauben, dass die eigenen Bedürfnisse nur ab und zu wichtig sind.

Versuche es deswegen selbst in der Beziehung mit einem konsistenten Verhalten und Beständigkeit.

So kannst du Sicherheit geben und Vertrauen aufzubauen.

Verhalte dich also nachvollziehbar und sprich Themen offen an.

Lass deinen Partner auch regelmäßig wissen, was er dir bedeutet. So kannst du zusätzlich dazu beitragen, dass er sich sicherer in der Beziehung fühlen kann.

Höre deinem Partner zu!

Das Zuhören bei einem Partner mit ängstlich-vermeidenden Bindungsstil ist entscheidend, um Vertrauen und Sicherheit in der Beziehung zu fördern.

Gib deinem ängstlich-ambivalenten Partner also Raum und Zeit, seine Ängste und Sorgen auszusprechen.

Höre dir die Gedanken und Gefühle an, für ein besseres Verständnis der Herausforderungen deines ängstlich-ambivalenten Partners.

Oft ist dies für einen selbst nur schwer verständlich – insbesondere, wenn du vielleicht eher einen vermeidenden Bindungsstil hast und eher in Richtung Freiheit und Autonomie strebst.

Durch gutes Zuhören könnt ihr einander Raum für eure Gefühle geben und gleichzeitig fördert ihr auch eine gesunde und unterstützende Dynamik, die beiden Partnern zugutekommt.

Zur Therapie ermutigen

Wenn du siehst, dass dein Partner Schwierigkeiten hat, die eigenen Gefühle zu bewältigen und dass er mit seinem ängstlich-ambivalenten Bindungstyp nicht zurechtkommt, ermutige und unterstütze ihn dabei, sich Hilfe zu suchen.

Aber ganz wichtig:

Du kannst und sollst selbst keine Therapeuten-Rolle für deinen Partner übernehmen.

Hier ist dein Partner dann in einer Psychotherapie besser aufgehoben, um die eigenen Kindheitserlebnisse zu verarbeiten und hinderliche Bindungsstile aufzubrechen.

Bonus-Tipp: Trigger herausfinden und vermeiden

Mit einem „Trigger“ meine ich die spezifischen Auslöser für das typische Verhalten eines ängstlich-ambivalenten Bindungsstils.

Jeder Mensch hat Trigger für verschiedenste Gefühle.

So hat auch dein ängstlich-ambivalenter Partner Trigger für die eigenen Unsicherheiten und Verlustängste.

Frag also bewusst nach diesen Triggern und höre dabei aufmerksam zu!

Versuche dann, soweit es für dich möglich ist, diese Trigger zu vermeiden bzw. wenn es doch zu Triggern kommt, diese ausführlich nachzusprechen.

Mögliche Trigger bei einem ängstlich-ambivalenten Bindungsstil sind häufig:

  • Du bist selbst distanziert oder abwesend.
  • Du vergisst wichtige Tage, wie den Geburtstag oder Ähnliches.
  • Du flirtest (vielleicht auch unbewusst) zu stark mit anderen oder hast zu intensive Freundschaften mit Menschen vom anderen Geschlecht.
  • Du antwortest nicht auf Nachrichten oder schreibst immer erst sehr zeitverzögert zurück.
  • Du kommst spät nachhause und sagst nicht, wo du warst oder umschreibst dies nur sehr vage.
  • Du sagst geplante Treffen ohne Erklärung ab.

Wie du glücklich in einer Beziehung wirst, wenn du einen ängstlich-ambivalenten Bindungsstil hast

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass Menschen mit einem ängstlich-ambivalenten Bindungsstil es grundsätzlich schwerer haben, Glück in Beziehungen zu finden.

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall!

Deswegen habe ich hier ein paar wertvolle Tipps für dich, wie du eine erfüllende Verbindung aufbauen kannst.

Arbeite an deinem Selbstwert!

Wie du oben bereits erfahren hast, liegt beim ängstlich-ambivalenten Bindungsstil ein negatives Selbstbild vor.

Dadurch kommen Ängste und Unsicherheiten auch schneller hoch und die ständige Angst, verlassen zu werden, festigt sich.

Deswegen ist es besonders wichtig, den eigenen Selbstwert zu stärken. Dadurch wird es auch möglich, mehr bei sich selbst anzukommen und nicht (emotional) abhängig vom Partner zu sein.

Du kannst am besten damit beginnen, dir selbst wieder eigene Bereiche „zurückzuerobern“.

Beispiele:

  • Fokussiere dich vermehrt auf deine Hobbys oder
  • beginne überhaupt, etwas Neues zu lernen.
  • Ziele (in allen Lebensbereichen) können auch ein wunderbares Werkzeug sein, wieder mehr Fokus für dich zu bekommen.

Und natürlich, falls du diesen Weg nicht alleine gehen möchtest, dann komm gern zu mir ins Coaching.

Für viele ist die Begleitung im Coaching sehr hilfreich, um den ängstlich-ambivalenten Bindungsstil aufzulockern und zu überwinden und den Selbstwert zu stärken.

>>> Hier kannst du dir gleich einen Termin bei mir holen!

Übe dich in Emotionsregulation

Ein Charakteristikum eines ängstlich-ambivalenten Bindungsstils ist auch die oft schlecht ausgeprägte emotionale Regulationsfähigkeit.

Dies rührt auch aus den Kindheitserfahrungen: Die eigenen Eltern (bzw. die Bezugspersonen) verhielten sich nicht nachvollziehbar. So wächst man im Glauben auf, dass die eigenen Bedürfnisse nur ab und zu wichtig und beachtenswert sind.

Auf diese Weise entwickelt sich eine schlechtere emotionale Regulation.

Beobachte also, wie du mit intensiven Emotionen umgehst und inwiefern du solche effektiv selbst regulieren kannst.

Bis dahin kannst du folgende Strategien für dich testen:

  • Ablenkung: Lenke dich mit Freunden, deinem Lieblingsfilm oder lauter Musik von deinen Gedanken und Gefühlen ab.
  • Bewerte die Situation neu: Versuche deine Situation aus dem Blickwinkel einer anderen Person zu sehen, beispielsweise aus der deines besten Freundes bzw. deiner besten Freundin.
  • Benenne deine Emotionen: Sag entweder innerlich oder auch laut zu dir: „Ich fühle mich…“, also beispielsweise: traurig, enttäuscht, verunsichert usw. Dadurch werden diese Gefühle greifbarer und arbeiten nicht ständig in dir weiter.
  • Achtsamkeit: Bleibe bewusst im Moment und konzentriere dich auf das, was du siehst, was du hörst, was du fühlst etc.
  • Emotionen akzeptieren: Lehne deine Emotionen nicht ab. Akzeptiere das, was du fühlst und lass es zu. Allein das schafft oft schon Erleichterung.

Hast du den Eindruck, dir gelingt das nicht ausreichend gut, so kann auch hier eine Psychotherapie zur Stärkung verschiedener Emotionsregulationsstrategien sinnvoll sein.

Sprich an, wie es dir geht!

Ängstlich-ambivalente Personen versuchen häufig, ihre Ängste zu überwinden, indem sie die Nähe zum Partner suchen.

Dies passiert dann oft durch Klammern und Nachlaufen.

Gerade in solchen Situationen ist Kommunikation enorm wichtig, um etwaige Konflikte deswegen zu vermeiden.

Sprich also über deine Ängste, sodass dein Partner versteht, was in dir vorgeht.

Dabei kannst du sowas sagen wie:

  • „Vielleicht verstehst du nicht ganz, warum ich mir gerade Sorgen mache…“
  • „Ich weiß, dass du es nicht absichtlich machst, aber dass du gestern nicht geantwortet hast, hat mich…“

So kann es für dich weitergehen!

Du hast nun gelernt, was Bindung ist, wie Bindungsmuster entstehen und was die typischen Merkmale des ängstlich-ambivalenten Bindungsstils sind.

Erkennst du dich in diesem Bindungsstil wieder und würdest gerne das innere Kind in dir heilen und gemeinsam mit mir deinen Bindungsstil aufbrechen?

Oder hat dein Partner einen ängstlich-ambivalenten Bindungsstil und du möchtest wertvolle Tipps, wie eine Beziehung besser gelingen kann?

Dann zögere nicht und komm ins Coaching:

>>> Klicke hier, um dir gleich einen persönlichen Termin bei mir zu sichern!

Und mehr zum vermeidenden Bindungstyp kannst du in diesem Guide hier erfahren:

>>> Vermeidender Bindungsstil: Alles, was du dazu wissen musst!

Alles Liebe,

Theresa

Theresa

Theresa ist Senior-Coach bei szenario-zwei und Psychologin.

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