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7 Phasen einer Affäre: Ablauf, Psychologie & Dynamik [alles, was du wissen musst]

von Lena,  letztes Update: 3. Sep. 2025

Warum überschreiten Menschen irgendwann den Punkt, von dem es kein Zurück mehr gibt?

Warum wird aus einem oft harmlosen Moment dann „mehr“?

Der Grund liegt in der speziellen Dynamik von Affären: Sie verlaufen fast immer in 7 typischen Phasen.

Wenn du diese 7 Phasen kennst, verstehst du, was innerlich im untreuen Partner abläuft:

  • Wie aus einem flüchtigen Blick oder einem unscheinbaren Gespräch „mehr“ wird,
  • wie man sich in der Affäre verstrickt und
  • man trotzdem immer weitermachet – bis die Affäre vielfach in großem Schmerz endet.

Los geht’s!

7 Phasen einer Affäre: Das Phasenmodell von szenario-zwei im Überblick

Phase #1: Das erste Knistern: Wenn ein einzelner Blick ausreicht

Im Coaching berichten Klient:innen, die eine Affäre hatten oder haben, oft folgendes: „Da hab ich ihn/sie gesehen… Und da hab ich mich augenblicklich hingezogen gefühlt.“

Die erste Phase einer Affäre ist also irgendein Ereignis oder eine Interaktion, die innerlich ein „Da hätt ich gern mehr davon!“ oder ein „Wie wäre es wohl mit dem/der…“ auslösen.

Es ist wie ein unsichtbarer Magnet, der einen zu jemand anderem hinzieht.

Das kann auf viele verschiedene Arten passieren.

Affären beginnen in ganz alltäglichen Situationen!

Sehen wir uns am besten ein paar Beispiele an, wie sie uns bei szenario-zwei von Coaching-Klient:innen geschildert werden:

  • Man ist alleine Mittagessen in einem Café um die Ecke und sieht plötzlich jemanden und war augenblicklich „verliebt“ oder „hooked“.
  • Es beginnt eine neue Arbeitskollegin im Job und man fühlt sich augenblicklich zu ihr hingezogen und spürt eine Verbindung zu ihr.
  • Man kennt einen guten Freund schon länger und plötzlich gab’s an einem Tag eine gewisse Aussage, wo man gemerkt hat: „Es zieht mich plötzlich hin zu ihm!“

Und zu diesem Zeitpunkt denkt man sich noch gar nicht: „Oh Gott, das wird in einer Affäre enden!“

Die einzigen Gedanken sind: „Wow, da ist diese Person. Ich fühle mich zu der hingezogen und möchte mehr davon!“

Warum passiert das gerade jetzt?

Sehr oft wird gesagt, dass man nur dann empfänglich wird, auf andere Menschen zu reagieren und in eine Affäre zu schlittern, wenn es in der Beziehung nicht mehr rund läuft.

Und klar:

Wenn alles eitel Wonne ist in der Beziehung, dann verhindert dies natürlich oft dieses Wahrnehmen von anderen Menschen, wie ich es eben beschrieben hatte.

Dennoch braucht es nicht unbedingt eine kaputte Beziehung oder angeschlagene Beziehung, sodass Leute in eine Affäre starten.

Es kann genauso vorkommen, dass in der Beziehung noch alles passt und eine andere Person einfach eine derartige Auswirkung und Anziehung hat, dass man dem einfach nachgehen möchte. Man spricht in diesem Fall auch von non-dyadischen Gründen für Fremdgehen.

Deutlicher wird das mit diesem Beispiel aus dem Coaching.

Affären werden oftmals deswegen eingegangen, weil man in der Partnerschaft und Affäre unterschiedliche Konstellationen erlebt.

Bei mir war mal eine Frau im Coaching, die war in ihrer „Haupt-Beziehung“ in der Rolle der guten Mutter und Hausfrau. Und in dieser Beziehung war sie auch glücklich und erfüllt.

Zusätzlich konnte sie in der Affäre verworfenen Lebensentwürfen nachgehen und andere Seiten an sich entdecken, wie beispielsweise mit ihrer Leidenschaft spielen, ein wenig wilder sein und so manche Regel brechen.

Wie gesagt:

Das heißt nicht, dass ihre „Haupt-Beziehung“ vorher schlecht war. Durch die Affäre konnte die Frau vielmehr zusätzliche Aspekte an sich entdecken und ausprobieren.

Das heißt:

Der Antrieb für das Bemerken der Option in dieser ersten Phase einer Affäre (so wie oben beschrieben) ist nicht ein für sich selbst festgestellter Mangel in der Beziehung, wie beispielsweise zu wenig Sex.

Vielmehr beschreiben die meisten, die dann in eine Affäre schlittern, ihre Beziehung nach wie vor als „gut“. Menschen gehen also auch in glücklichen Beziehungen fremd.

Und erst im Nachhinein, also wenn man schon einige Phasen der Affäre durchlaufen hat, denkt man sich: „Stimmt, mit dieser Person kann ich wirklich XY machen, das ich mit meinem Partner nicht machen kann!“

Das heißt:

In vielen Beziehungen sieht nach außen hin alles gut aus, im Verborgenen schlummern jedoch Sehnsüchte, die man mit dem aktuellen Partner nicht ausleben kann. Und genau diese bewirken dann, dass man empfänglicher für eine andere Person wird.

Wenn dich diese Dynamiken genauer interessieren und was da versteckt und unbewusst abläuft, dann empfehle ich dir dieses kostenlose E-Book von uns:

>>> Jetzt hier klicken: Das geheime Tabu – Welche verborgenen Sehnsüchte hinter Affären stecken!

Phase #2: Die innere Erlaubnis: Wie man sich selbst sagt, die Affäre sei „okay“

Eine Affäre beginnt ja immer dann, wenn die Abmachung über Treue in der Beziehung einseitig von einem Partner überschritten wird.

Aus diesem Grund sucht man sich oft eine Art „Erlaubnis“ oder „Rechtfertigung“ für sich selbst, dass die Affäre eigentlich notwendig und okay – also erlaubt ist.

In dieser Phase der Affäre folgt nun also der nächste Schritt. Eine „Option“ wurde bemerkt und nun geht es darum, sich selbst einzureden und zu rechtfertigen, dass man diese Möglichkeiten braucht und ausprobieren darf.

Wie läuft dies nun im Detail ab?

Lies gleich weiter…

Der eigene Bias als Kippschalter in die Affäre

Erst hier kommt oft ein bestimmter Mangel in der Haupt-Beziehung zum Tragen, also beispielsweise zu wenig Sex.

Wichtig:

Das heißt nicht automatisch im Umkehrschluss, dass man in der Beziehung alles als schlecht wahrnimmt, erinnere dich auch an das Beispiel mit der Frau und Mutter von vorhin, die in ihrer Haupt-Beziehung erfüllt war.

In dieser Phase der Affäre ist es wesentlich, dass es eine Sache gibt, die in der Beziehung ein wenig zu kurz kommt.

So fühlt man sich dann schon vom Partner Partner ein wenig „betrogen“, weil dieser ja diese eine Sache oder dieses eine eigene Bedürfnis nicht wahrnimmt oder nicht ausreichend befriedigt.

Gefühlt hat also der Partner schon etwas falsch gemacht. Und jetzt kommt diese andere Person und man denkt sich: „Naja, in der Beziehung bekomme ich nicht all das, was ich möchte, eigentlich steht es mir gerade zu, mir das außerhalb der Beziehung zu holen!“

Das führt zur „Erlaubnis“, dass man die Affäre eingehen darf

Plötzlich fühlt sich für einen selbst die Welt wieder fairer an und im Coaching höre ich oft die Rechtfertigungen von Menschen, die eine Affäre eingegangen sind: „Naja, mein Partner konnte mir die Liebe/Zärtlichkeit/den Sex nicht geben. Also ist es logisch und berechtigt, dass ich mich woanders umschaue!“

Deswegen nähert man sich frohen Mutes dieser neuen Person an und macht munter weiter und hat zu diesem Zeitpunkt auch kein schlechtes Gewissen.

Eben weil die eigene Schlussfolgerung ist: „Ich kann ja nicht anders!“

Und hier auch nochmals die Erinnerung:

Im Coaching erlebe ich es häufig, dass die meisten Menschen, die eine Affäre eingehen, grundsätzlich „parallel“ fahren wollen.

Eben weil die Beziehung noch gut ist und sie diese nicht aufgeben wollen.

Man will also beides haben!

Sobald man sich diese „Erlaubnis“ gegeben hat, kann es weiter zur nächsten Phase einer Affäre gehen…

Phase #3: Die aktive Annäherung: Schritt für Schritt in die Untreue [Eroberungsphase]

Fassen wir kurz zusammen:

Während diese ersten beiden Phasen also eher innerliche Prozess waren, wird’s nun praktisch.

Man geht also auf diese neue Person zu, möchte ausprobieren, wie es mit dieser ist und diese zum Teil auch „erobern“.

In dieser Phase der Affäre probiert man also aus, ob diese andere Person überhaupt „mitmachen“ würde.

Affäre beginnt oft in „alltäglichem“ Umfeld

Aus diesem Grund beginnt diese Phase der Affäre zunächst im „alltäglichen“ Umfeld.

Wenn also jemand Außenstehender draufblicken würde, dann käme man nicht sofort auf die Idee, dass sich hier eine Affäre anbahnen könnte oder dass aus diesen Handlungen später eine Affäre entsteht.

Man findet in dieser Phase der Affäre zunächst „logische“ oder für sich selbst zurechtgebogene Gründe, warum man sich mit dieser Person öfters treffen muss.

Man nähert sich dieser Person mal unverbindlich und zum Teil auch unauffällig an, um Möglichkeiten auszuloten und dann letztlich diese Person auch zu erobern.

Hier sind einige Beispiele, die mir so von Klient:innen geschildert wurden:

  • im Tennis-Verein: „Das ist ja nur mein Tennis-Kumpel, wir trainieren so gut miteinander!“
  • in der Arbeit: „Wir arbeiten so gut zusammen, das muss man ja ausnutzen.“
  • in der Nachbarschaft: „Wir wohnen so nahe zusammen, da ist es logisch, dass wir uns oft über den Weg laufen und viel Zeit miteinander verbringen.“
  • im Freundeskreis: „Wir haben dasselbe seltene Interesse, so ein Glück, dass wir uns da gefunden haben!“

Eine weitere Möglichkeit ist, dass man zunächst mehr „zufällige“ oder unverbindliche Begegnungen mit der Person der Begierde arrangiert.

Es kommen Zweifel auf…

Dennoch ist man hier schon in einer Grauzone unterwegs.

Viele fragen sich in dieser Phase der Affäre oder überlegen sich kurz:

  • „Soll ich das wirklich tun?“
  • „Bin ich ein Mensch, der sowas tut?“

Ich erlebe es im Coaching oft, dass man anfänglich auch von sich überrascht ist, so weit zu gehen.

… doch diese werden mit weiteren Rechtfertigungen weggewischt

Doch diese ersten Zweifel werden dann vielfach wieder weggewischt mit den gleichen Argumentationen, die du ja schon in Phase #2 einer Affäre kennengelernt hast.

Typische Rechtfertigungen (auch nach außen hin gegenüber Freunden) sind:

  • „Wir sind ja nur Kollegen.“
  • „Ach, das ist ja nur eine Bekannte.“
  • „Wir sind einfach Freunde.“

Es ist also alles total unverbindlich und doch besteht da diese gefühlte Anziehungskraft zu dieser Person hin.

Hier noch ein Hinweis:

Sexuelle Anziehung muss hier nicht zwangsläufig eine treibende Kraft sein, insbesondere wenn das Ganze als „emotionale Affäre“ beginnt.

Zusätzlich lernt man ab nun auch, die Interaktion mit dieser Person von dem Partner zu verstecken und diese Muster prägen sich ein und verfestigen sich.

Spricht man nun schon von einer Affäre?

Wiewohl es erst in der nächsten Phase der Affäre um das aktive Überschreiten der Linie geht, wo also „es“ passiert, beginnt eine Affäre nach meinem Dafürhalten immer dann, sobald man ein schlechtes Gewissen hätte, wenn es der Partner rausfinden oder dein Fremdgehen erkennen würde.

Wenn du also gerade in dieser Situation steckst, dann frage dich: „Wenn dein Partner beispielsweise den Chat mit dieser Person lesen würde. Müsstest du dich rechtfertigen, hättest du ein Problem?“

Und falls du aussteigen möchtest, ist dies vermutlich der letztmögliche Zeitpunkt, wo du einigermaßen unbeschadet aus der ganzen Sache rauskommst.

Doch in den allermeisten Fällen ist die Anziehungskraft zu groß und auch das Engagement schon zu weit vorangeschritten, weil man Erfolge bei der Eroberung der Option feststellen konnte.

Dann folgt nämlich die nächste Phase einer Affäre, nämlich das aktive Überschreiten der Linie…

Phase #4: Die Treue aktiv brechen: „Es“ passiert zum ersten Mal

In dieser Phase der Affäre passiert „es“.

Man tut also den unwiderruflichen Akt, von dem es kein Zurück mehr gibt.

Und das geschieht in den meisten Fällen so…

Die unterschiedlichen Arten, wie „es“ passiert

Der vorhin unwiderrufliche Akt muss nicht notwendigerweise im wortwörtlichen Sinn passieren, indem man mit der anderen Person Sex hat oder diese küsst.

Die Linie wird oftmals schon dann überschritten, wenn man subtilere Zärtlichkeiten austauscht oder beispielsweise Händchen hält.

Oder dass man sagt: „Du, ich finde dich sehr attraktiv, leider bin ich vergeben…“

In diesem Fall wäre „es“ dann, dass man sagt, dass man auf die andere Person steht.

Doch auch in einer emotionalen Affäre passiert „es“. Nämlich dann, wenn die erste Ansprechperson bezüglich einer wichtigen Sache nicht mehr der Partner ist, sondern die Affäre.

„Es“ ist also dann passiert, wenn man es nicht mehr ungeschehen machen kann.

In Phase #3 einer Affäre war das noch nicht so. Wenn man sich nur trifft und dann heimfährt, kann man immer noch sagen: „Es ist nichts passiert!“

Wenn man aber beispielsweise Händchen gehalten hat oder sich geküsst hat, dann ist eben SCHON etwas passiert – „es“ ist eben passiert!

Zeitdauer für den Übergang von Phase #3 einer Affäre zu Phase #4

Phase #3 ist – wie du vorhin schon erfahren hast – durch ein Erobern der Option beziehungsweise auch durch ein eigenes Ausprobieren gekennzeichnet.

Manche brauchen für die Phase #3 ein paar Monate, bei anderen passiert dies in 5 Sekunden.

Das aktive Überschreiten (also Phase #4) ist grundsätzlich immer etwas sehr Kurzes, eine impulsive Handlung.

Also der Entschluss, den anderen zu küssen oder mit ihm/ihr zu schlafen.

Im Coaching höre ich oft den Satz: „Dann ist es einfach passiert!“

Bis „es“ jedoch passiert, kann es entweder länger dauern oder auch ganz schnell gehen!

Phase #5: Reflexion: Wenn das schlechte Gewissen laut(er) wird

„Es“ ist also passiert.

Die meisten Klient:innen schildern mir im Coaching, dass kurz nachdem „es“ passiert ist, die Freude überwiegt und man fühlt sich gut.

Doch relativ schnell wird man dann von der Realität eingeholt und man bemerkt: „Hoppala, ich hab ja zuhause noch wen!“ (nämlich den eigenen Partner…)

In dieser Phase einer Affäre verlagert sich alles wieder mehr ins eigene Innere. Man ist in der Reflexionsphase angekommen.

Wie geht’s weiter, nachdem „es“ passiert ist?

Man steht nämlich vor der zentralen Frage: „Okay, ‚es‘ ist passiert, aber wie tu ich jetzt weiter?“

Ich erlebe es in meiner Coaching-Praxis auch, dass es bei dem/der Untreuen oft zu einer emotionalen Verwirrung kommt in der den Tagen, nachdem „es“ passiert ist.

Es ergibt sich also ein bunter Mix aus verschiedensten Emotionslagen, woraus sich durchaus auch eine Zwickmühle ergibt:

  • Manche entwickeln Schuldgefühle, weil sie wissen: „Okay, das kann ich jetzt nicht mehr ungeschehen machen.“
  • Gleichzeitig besteht nach wie vor das Verlangen, die Affäre weitergehen zu lassen.
  • Dazu gesellen sich oft auch Ängste, dass alles gutgeht, wie: „Was, wenn ich mich verplappere oder mich jemand verrät?“

Diese emotionale Situation kann auch dazu führen, dass man die Affäre letztendlich dem Partner beichtet, weil man mit dem schlechten Gewissen nicht umgehen kann.

Oder man belässt es bei einer einmaligen Sache (einmal ist keinmal).

In beiden Fällen wäre die Affäre dann zu Ende.

Doch aus meiner Erfahrung bleiben viele mal bei folgender Überlegung stehen: „Hm… ich sag mal nix und schau, wie es weitergeht…“

Damit sind alle Voraussetzungen geschafft, um in die nächste Phase der Affäre einzutreten…

Phase #6: Die Affäre festigt sich: Zwischen Alltag und Versteckspiel

Man hat sich nun definitiv dazu entschieden weiterzumachen und findet Geschmack daran, dass die Affäre ein ungestilltes Bedürfnis erfüllen kann.

In dieser Phase tritt die Affäre in eine Art „Seifenblasen-Beziehung“ ein.

Was damit gemeint ist, erfährst du jetzt…

Affäre wird zur Beziehung in der Seifenblase

Affären müssen ja definitionsgemäß geheim gehalten werden (zumindest vor der Haupt-Beziehung).

Man muss also eine Form der Organisation finden, das kann je nach Lage mehr oder weniger anstrengend sein.

Wenn man mit dem Partner gemeinsame Kinder hat, dann ist es oft sehr anstrengend, weil man ohnehin weniger Zeit für sich hat, als wenn man keine Kinder hat und in verschiedenen Wohnungen lebt.

Daraus ergibt sich, dass Affären oft in eine Art Wochenend-Beziehung oder Urlaubs-Beziehung münden.

Das führt auch dazu, dass die Verliebtheitsphase viel länger dauern kann, weil sie ständig durch geheime Treffen oder geheime Urlaube genährt wird.

Die Affäre existiert also in einer Art Seifenblase abgekoppelt von einem „realen“ Alltag.

Warum es bei Affären zu einer verlängerten Verliebtheit kommen kann

Aus diesem Grund erhält sich bei Affären auch länger eine Verliebtheit.

Denn bei der Affäre kommt zusätzlich das Element des „Geheimen“ dazu, also der Tanz mit der Gefahr.

Und diese Geheimhaltung vergrößert oft die Intensität der Gefühle, die man gegenüber der anderen Person spürt.

Sobald die Affäre öffentlich werden würde, wäre dieses Geheimnis weg und damit ein ganz wesentlicher Bestandteil.

Zusätzlich würden in einer normalen und alltäglichen Beziehung irgendwann Stressfaktoren für die Beziehung dazukommen.

Beispielsweise würde man in einer normalen Beziehung irgendwann auch die Eltern des anderen kennenlernen. In einer Affäre ist jedoch klar, dass dies tendenziell nicht passieren wird. Deswegen fällt dieser Stresspunkt weg.

Zusätzlich verbringt man in einer Affäre auch weniger „Alltag“ gemeinsam, weil ja alles geheim und aufregend ist. Somit dauert es auch viel länger, dass sich ein Beziehungsalltag einschleicht – sofern das überhaupt passiert.

Die Beziehung existiert also in einer Seifenblase, abgekoppelt von jeglichem „Beziehungsalltag“.

Wie lange dauert diese Phase einer Affäre?

Affären können in dieser Phase über Wochen bis hin zu Jahren gehen.

Tatsächlich ist mir aus dem Coaching sogar eine Konstellation bekannt, wo jemand 2 Familien hatte, die gar nichts voneinander wussten, wo sich also eine Affäre über Jahre zu einer geheimen Zweitbeziehung verfestigt hat.

Der Grund liegt darin, dass man sich irgendwann mit dem schlechten Gewissen arrangiert hat.

Zusätzlich fühlt sich die Affäre ja gut an, weil man einen Ausgleich für etwas finden kann, was in der Beziehung zu kurz kommt, beispielsweise zu wenig Sex.

So kommt es aus meiner Erfahrung mit tausenden Coaching-Klienten auch oft zu einer Stabilisierung der Haupt-Beziehung, weil diese plötzlich ein „Problem“ weniger hat.

Das heißt, die Affäre führt dazu, dass die Haupt-Beziehung harmonischer wird und als besser und weniger anstrengend wahrgenommen wird.

Affäre beenden in dieser Phase?

Wie verhält es sich mit einem „Ausstieg“ aus der Affäre, sofern man in dieser Phase angekommen ist?

Grundsätzlich beobachte ich, dass Affären umso stabiler werden, je länger sie dauern.

Dazu gesellen sich Gedanken wie: „Ach, dieses eine Mal mehr ist jetzt auch schon wurscht…“

Sollte die Affäre in diesem Stadium auffliegen oder man beichtet diese dem Partner, so tut es umso mehr weh, je länger die Affäre gedauert hat.

Bei einem Mal kann man sagen: „Okay, war ein Ausrutscher.“

Wenn die Affäre jedoch zu einem integrierten und organisierten Bestandteil des eigenen Lebens wird und vielleicht über Jahre geht oder zumindest länger dauert, dann ist es umso schwerer.

Das ist auch ein guter Übergang zur letzten Phase einer Affäre, nämlich dem Bruch – entweder der Affäre oder der Haupt-Beziehung.

Phase #7: Die Konsequenzen: Wie eine Affäre meistens endet

Bislang ist also alles gutgegangen… In aller Regel (von Ausnahmen abgesehen) geht diese Dreieckskonstellation jedoch nicht bis in alle Ewigkeit gut.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo irgendetwas „schiefgeht“:

Es gibt hier unzählige mögliche Varianten.

Allen gemeinsam ist jedoch, dass die Idylle der Seifenblase, in der die Affäre existiert, irgendwann gestört wird.

Wenn es auch in deiner Beziehung zu einer Affäre gekommen ist (egal, ob du der untreue oder betrogene Partner bist), dann kannst du mit diesem Test erfahren, ob eure Beziehung noch eine Zukunft hat:

Wenn sich jemand nicht entscheiden kann…

Was für alle Beteiligten immer am schlimmsten wirkt, ist, wenn sich die Beteiligten nicht entscheiden können.

Beispielsweise wenn sich der Untreue nicht entscheiden kann, ob er weiterhin die Affäre aufrecht erhalten will.

Oder wenn sich die Affäre nicht entscheiden kann, ob sie vielleicht mehr will.

Zusätzlich kommt es oft zu „Warte-Dynamiken“, dass beispielsweise der Partner wartet, dass man bei aufgeflogener Affäre den Kontakt zu ebendieser kappt.

Oder die Affäre wartet darauf, dass man endlich die Haupt-Beziehung beendet.

Das ist dann oft für alle beteiligten sehr schwer und in den meisten Fällen ist irgendwer sehr verletzt.

7 Phasen einer Affäre: Die häufigsten Fragen zu unserem Phasenmodell

Wie lange dauert jede Phase einer Affäre?

Das ist sehr unterschiedlich: Manche Menschen durchlaufen die Phasen #1 bis #5 innerhalb weniger Wochen.

Im Vergleich dazu gibt es auch Menschen, die monatelang zwischen Phase #2 und #3 stecken bleiben, bevor wirklich „etwas passiert“.

Auch Phase #6 kann sich sogar über Jahre hinziehen, da viele irgendwann das Gefühl haben, nicht mehr „zurück“ zu können.

Sie hängen fest zwischen den guten, aufregenden Gefühlen und der Angst vor den Konsequenzen.

So bleibt man in der Affäre mit dem Gedanken: „Mal schauen, was so passiert und wie sich alles entwickelt…“

Ab welcher Phase spricht man von einer Affäre

Gesellschaftlich gesehen sprechen viele erst ab Phase #4 von einer „richtigen“ Affäre, weil sie glauben: „Bis dahin ist ja nichts passiert.“

Bei szenario-zwei sehen das etwas anders, auch aufgrund der jahrelangen Erfahrung im Coaching zu diesem Thema.

Wir definieren Untreue etwas allgemeiner:

Untreue beginnt aus unserer Sicht schon viel früher: Nämlich ab dem Moment, in dem man ein Problem hätte, wenn der Partner wüsste, was gerade passiert.

Und genau das ist oft schon ab Phase #2 der Fall, wenn die ersten heimlichen Gedanken oder Nachrichten beginnen und man sich die Erlaubnis gibt: „Das ist ja noch harmlos …“

Ab welcher Phase wird eine Affäre für die Hauptbeziehung gefährlich?

Spätestens ab Phase #3 wird eine Affäre für die Beziehung wirklich gefährlich.

Ab hier ist die innere Rechtfertigung (Bias) oft so stark, dass man sich die Affäre emotional schon „erlaubt“ hat.

In Phase #2 entscheidet sich noch, ob man diesem ersten Knistern widersteht oder ob man sich die „Erlaubnis“ gibt, weiterzugehen.

Ab Phase #3 (Eroberungsphase) führen weitere Treffen oder Chats fast immer zu stärkeren Gefühlen, sodass es irgendwann keinen Weg zurück mehr gibt.

Gibt es eine Phase, in der man selbst noch gut aussteigen kann?

Grundsätzlich kann man in jeder Phase und zu jedem Zeitpunkt aussteigen, es wird jedoch mit jeder Phase schwerer.

Im Coaching hören mein Team und ich oft von Klienten, die nach Phase #4 sagen: „Ich konnte gar nicht mehr aussteigen, die Gefühle waren zu stark!“

Bis Phase #3 ist ein Ausstieg meist noch vergleichsweise einfach, weil „noch nichts Konkretes“ passiert ist.

Doch ab dem Moment, wo man sich küsst oder sogar intim wird, wird die Affäre plötzlich „real“.

Je länger die Affäre dauert (Phase #6), desto eher verfestigen sich dann auch die Strukturen – man findet einen Umgang damit, eine Beziehung und die Affäre miteinander zu organisieren.

Der Ausstieg wird somit immer schwieriger und man landet dann unfreiwillig in Phase #7 (Ende der Affäre), weil die Umstände es nicht mehr ermöglichen, die Affäre weiterzuführen oder diese auffliegt.

In welcher Phase beginnen Affären oft, sich in eine Zweitbeziehung zu verwandeln?

Ob sich eine Affäre zu einer Zweitbeziehung entwickelt, hängt weniger von der Phase ab.

Affären werden insbesondere dann zu einer Zweitbeziehung, wenn Sex und eine emotionale Affäre aneinander gekoppelt sind, wenn es also nicht nur ums Körperlich geht.

Wenn beides zusammenkommt, entstehen oft in Phase #6 stabile Strukturen, eine Art Parallelwelt zur Hauptbeziehung.

Das passiert oft auch dann, wenn in der Hauptbeziehung eine Trennung unmöglich ist und wo oft der Partner auch von der Affäre weiß, diese aber ein unausgesprochenes Geheimnis bleibt.

Ob eine Affäre vielleicht sogar die wahre Liebe ist oder nur auf körperlicher Anziehung besteht, kannst du mit diesem Test von uns herausfinden:

>>> Ist deine Affäre die wahre Liebe? [kostenloser TEST]

Wie geht’s für dich weiter?

Vielleicht bist du ja selbst gerade in einer dieser Phasen angekommen und alles schein ein bisschen ineinander verstrickt zu sein?

Bist du auch gerade in einer Phase gefangen oder vermutest, dass dein Partner eine Affäre hat?

Oder hast du eine andere Frage zu unserem Phasenmodell für den Ablauf einer Affäre?

Schreib mir das (gern auch anonym) unten in die Kommentare, es würde mich freuen von dir zu lesen!

Alles Liebe,

Lena

Lena

Lena ist Master-Coach bei szenario-zwei und erfahrene Paarberaterin. Seit über 10 Jahren unterstützt sie Menschen in Beziehungskrisen, bei Trennungen und Affären. In dieser Zeit hat sie bereits tausende Klient:innen erfolgreich begleitet.

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  1. Ich bin die Affaire und ich will da raus, aber ich weiß nicht wie.
    Wir waren lange befreundet vorher…. die Freundschaft ist uns beiden auch sehr wichtig. Er wird auch seine Frau nicht verlassen, alles gut, ich würde ihn auch nicht als Partner wollen (Vertrauensproblem, wäre dann über kurz oder lang in derselben Position)und zunehmend wird das alles für mich nun ein Gefühlsdisaster. Ich nehme mir immer vor jetzt Schluss zu machen, ist er aber bei mir (2 Tage die Woche tagsüber), dann schaffe ich das nicht, denn es ist dann schön zusammen. So kann ich aber keinen neuen Weg in eine glückliche Partnerschaft für mich finden.
    Wie schaffe ich den Schritt raus aus diesem Emotionenchaos ohne rückfällig zu werden bzw. Stark zu bleiben um den Trennungsschmerz zu ertragen ?

    1. Hallo,
      wie es klingt, sind die Dynamiken zwischen euch sehr eingespielt und deshalb ist es auch so schwer, sich einfach zu lösen. Ich denke, versuche mal deine Motivationen zu klären: Was willst du NICHT mehr, und was willst SCHON?
      Auch der Bruch mit ihm ist wie eine Trennung – stelle dich also drauf ein, dass es eine Zeit lang braucht, bis du dein Neues selbst (du ohne ihn) gefunden hast.
      Überlege dir einen guten Zeitpunkt und teile ihm deine Beweggründe und deinen Entschluss mit, und dann ganz wichtig: Mache einen weltlichen Cut zu 100% – also wirklich mal einen über Monat keinen Kontakt um dem Sog der alten Dynamik zu entkommen.
      Wenn du möchtest, komme gerne ins Coaching, dann können wir uns noch ganz genau anschauen, was dich so zurück hält, was die Dynamik stabilisiert und wie du loslassen kannst.
      LG
      Lena

  2. Hallo Lena,
    Deine Beschreibung der Seifenblasen Beziehung fand ich spannend.

    Ich bin mit meinem Mann 11 Jahre zusammen und 2 Jahre verheiratet. Er ist quasi immer noch mein erster Freund aus der Schule. Unsere Beziehung war eigentlich recht harmonisch. Im Internet hat mich plötzlich ein Mann (Ausländischer Student) angeschrieben. Und auf seinen Fotos sah er einfach unfassbar gut aus. Irgendwann haben wir spontan einen Videoanruf gemacht. Es entwickelte so plötzlich und schnell weiter, sodass wir irgendwann mehrere Stunden am Tag telefoniert haben. Unsere Treffen waren aufgrund von Distanz selten, dafür aber umso intensiver und wahnsinnig romantisch. Als wir uns Beispielsweise am Bahnhof verabschieden mussten, rief er mich direkt an nachdem die Türen des Zuges zu gingen und drückte seine Hand an die Scheibe und ich legte meine Hand darauf. Am Telefon könnte ich sein Lächeln “hören”. Alle Leute sahen uns an. Wir stecken in einer schwierigen Phase, seine Kultur lässt eine Beziehung nicht zu, aber irgendwie kommen wir nicht um das Bedürfnis hinweg, miteinander zu leben. Gleichzeitig gibt es da ja schon eine stabile Beziehung.

  3. Hallo Lena,

    ich bin auch in eine Affäre geschlittert. Diese began als emotionale Affäre und es wurde sehr schnell viel mehr daraus. Wir haben über die gemeinsame Zukunft gesprochen und waren unheimlich glücklich zusammen. Wir haben uns zeitgleich von unseren Partnern getrennt, allerdings wollte Sie ihm nach kurzer Zeit noch eine Chance geben. Seither konnte Sie erst nicht wirklich loslassen, wurde daraufhin immer abweisender und brach letztendlich den Kontakt ab. Ich bin in ein Loch gefallen in dem ich seit Wochen mich immer tiefer eingrabe. Mittlerweile haben wir wieder ab und an Kontakt, manchmal sucht Sie meine Nähe für eine innige Umarmung, dann wiederum antwortet Sie tagelang nicht.
    Ich habe euer ex-zurück 3.0 geholt, leider weiß ich nicht ob mich das weiterbringt.
    LG Stefan

    1. Hallo Stefan,
      das klingt wirklich gerade schwer. Ich denke, dass du auch Zeit und Abstand mit ein kalkulieren musst. Denn auch, wenn es schon veraltet klingt, bewahrheitet es sich bei euch gerade: Etwas NEUES kann nur dann starten, wenn das Alte wirklich zu Ende ist. Das würde für sie erstmal Klärung der Trennung und Zeit danach alleine bedeuten. Und euere Beziehung müsste ebenfalls etwas Neues sein – denn sie ist dann keine Affäre mehr und hat somit eine völlig andere Struktur. Genau an dieser Stelle scheitert es auch für ganz viele. Es klingt so, als wärst du etwas „schneller und klarer“, während sie einfach noch im Alten hängt. Mach vom Plan her beim Kurs also länger bei der Kontaktsperre halt, so dass du bei der Kontaktaufnahme wirklich bei „neutral“ stehen kannst.
      Nur Mut,
      LG

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